Ausstellungs- und Veranstaltungsvorschau von Oktober bis Dezember 2016

Presseinformation

Pressemitteilung vom16. September 2016

23. September 2016 bis 29. Januar 2017
Ausstellung Golem

Homunkuli, Cyborgs, Roboter, Androide: Der Mythos vom Menschen, der künstliches Leben erschaffen kann, steht im Mittelpunkt der großen Golem-Ausstellung. Bis heute inspiriert die prominenteste jüdische Legendenfigur Generationen von Künstlern und Autoren. Ein Wesen, geformt aus unbelebter Materie wie Staub oder Erde, wird durch rituelle Beschwörung und hebräische Buchstabenkombinationen zum Leben erweckt. Geschaffen von einem menschlichen Schöpfer, wird der Golem zum Helfer, zum Gefährten oder zum Retter einer jüdischen Gemeinde in Gefahr. In vielen Golem-Erzählungen gerät das Geschöpf außer Kontrolle und der Golem selbst wird zur Bedrohung für den, der ihn geschaffen hat. Anhand der Golem-Figur untersucht die Ausstellung Themen wie Kreativität, Schöpfung, Macht und Erlösung. Sie zeigt die thematische Fülle des Stoffes, wie er sich in mittelalterlichen Manuskripten, in vielschichtigen Erzählungen und in Kunstwerken aus den letzten zweihundert Jahren darstellt. Ob in Malerei, Skulptur, Objekt¬kunst, Video, Installation, Fotografie oder Illustration: Der Golem lebt und mit ihm die Frage danach, was es bedeutet ein Mensch zu sein.
Begleitband: Kerber Verlag, 184 Seiten
Ort: Altbau 1. OG
Öffnungszeiten: täglich 10 bis 20 Uhr, montags 10 bis 22 Uhr
Eintritt: mit dem Museumsticket (8 Euro, erm. 3 Euro)
Mehr Informationen: www.jmberlin.de/golem
Führungen: sonntags 14 Uhr. Eintritt: 3 Euro pro Person zzgl. Museumsticket

Pressestelle
Tel.: 
+49 (0)30 259 93 419
Fax: 
+49 (0)30 259 93 400

Stiftung Jüdisches Museum Berlin
Lindenstraße 9–14
10969 Berlin

7. Oktober
Konzert mit Filmsequenzen und Gespräch

Begegnungen mit Beethoven – Kunst in existentiellen Zeiten

Pianist Saleem Ashkar spielt in dieser Saison Beethovens 32 Klaviersonaten – verteilt auf acht Konzerte an sieben ausgewählten Berliner Orten. In die Aufführungen integriert er Film- und Interviewsequenzen: »Ich wollte neben dem Musizieren den Kontext erforschen, in dem die Werke geschrieben wurden – wie sie zu Beethovens Zeit und wie sie seitdem wahrgenommen worden sind.« So steht Beethoven plötzlich mitten im 21. Jahrhundert: Lebendig, streitbar, anfechtbar und menschlich.
Die Veranstaltung findet in Kooperation mit dem Konzerthaus Berlin und C. Bechstein statt.
Ort: Altbau EG, Glashof
Eintritt: 32 Euro, erm. 12 Euro (erm. Tickets nur an der Abendkasse)
Zeit: 20 Uhr
Vorverkauf: online unter www.konzerthaus.de, Tel. 030 - 203 09 21 01 oder im Konzerthaus Berlin

10. Oktober
Show & Tell des Archivs

Die »Judenzählung«

Am 11. Oktober 1916 ordnete der preußische Kriegsminister eine »Nachweisung der beim Heer befindlichen wehrpflichtigen Juden« an. Diese öffentliche Schmähung der jüdischen Bevölkerung ging als »Judenzählung« in die Geschichte ein. Anlässlich des Jahrestages präsentiert das Jüdische Museum Berlin in einem öffentlichen »Show & Tell« Bestände aus dem Archiv sowohl zur Judenzählung und ihren Auswirkungen als auch zur Beteiligung der deutschen Jüd*innen am Ersten Weltkrieg.
Ort: Altbau EG, Auditorium
Eintritt: frei
Zeit: 19 Uhr
Besucheranmeldung: Tel. 030-25993 488 oder reservierung@jmberlin.de

17. Oktober
Montagskino »Jede Zeit hat ihren Golem« | Begleitprogramm zur Ausstellung »Golem«

Ex Machina

Regie: Alex Garland, England 2015, 108 Minuten. Englisch mit deutschen Untertiteln.
Als Denkfigur steht der Golem für neue Technologien und künstliche Intelligenzen, die ihrem Schöpfer entgleiten und zur Bedrohung werden können. Im Zentrum dieses Thrillers steht die Androidin Ava, deren künstliche Intelligenz von einem jungen Programmierer getestet werden soll – mit folgenschweren Konsequenzen.
Ort: Altbau EG, Auditorium
Eintritt: frei
Zeit: 19 Uhr
Besucheranmeldung: Tel. 030-25993 488 oder reservierung@jmberlin.de

19. Oktober
Lesung und Gespräch im Rahmen der Reihe »Neue deutsche Geschichten«

Ármin Langer: Ein Jude in Neukölln – Mein Weg zum Miteinander der Religionen

Engagiert, streitbar und in Neukölln zu Hause: Der Theologie-Student und Publizist Ármin Langer stellt im Jüdischen Museum Berlin sein erstes Buch vor. In diesem erzählt er vom jüdischen Leben in seinem Stadtteil, in dem wenige Jüd*innen und sehr viele Muslim*innen leben. Den muslimisch-jüdischen Dialog fördert er mit seiner Salaam-Schalom-Initiative, von deren Erfolgs- und Irrwegen er erfrischend offen berichtet. Mit seinem Buch und seinem Engagement wirkt Langer auch jenen Stimmen entgegen, die die muslimische Prägung in Neukölln sorgenvoll betrachten und die Sicherheit von Jüd*innen im Kiez anzweifeln. Ein persönlicher Appell, eine Einladung zum Gespräch.
Ort: W. Michael Blumenthal Akademie, Saal
Eintritt: frei
Zeit: 19 Uhr
Besucheranmeldung: Tel. 030-25993 488 oder reservierung@jmberlin.de

20. Oktober
Preisverleihung

Lars Day Preis – Zukunft der Erinnerung

Mit dem »Lars Day Preis – Zukunft der Erinnerung«, der in diesem Jahr erstmalig vergeben wird, zeichnen die Lars Day Stiftung und die Akademieprogramme des Jüdischen Museums Berlin Projekte und Initiativen aus, die in kreativer und zukunftsweisender Form das Gedenken an die nationalsozialistischen Verbrechen weitertragen und Verantwortung für eine Gegenwart und Zukunft ohne Hass und Ausgrenzung übernehmen. Der Preis will das Engagement junger Menschen mit Einwanderungsgeschichte sichtbar machen und Beispiele für eine jugendgemäße Auseinandersetzung mit der Vergangenheit geben. Die Preisträger 2016 sind »AKRAN - Peer-to-Peer gegen Vorurteile – Ein Qualifizierungsprogramm für muslimische Jugendliche« der Kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus aus Berlin und Annette Dorothea Weber, Regisseurin und künstlerische Leiterin des COMMUNITYartCENTERmannheim, für ihre Inszenierung des Theaterstücks »Zigeuner-Boxer«. Die Festrede hält die Autorin und Sängerin Marianne Rosenberg.
Ort: W. Michael Blumenthal Akademie, Saal
Eintritt: frei
Zeit: 18 Uhr
Besucheranmeldung: Tel. 030-25993 488 oder reservierung@jmberlin.de

Ethische Fragen in Judentum und Islam

Dialogische Ringvorlesung im Rahmen des Jüdisch-Islamischen Forums

Die Ringvorlesung greift ethisch brisante Fragen aus unterschiedlichen Lebensbereichen auf und beleuchtet sie aus jüdischer und islamischer Perspektive. Zu jeder Vorlesung sind zwei Wissenschaftler*innen eingeladen, die die jeweiligen Positionen vorstellen und miteinander in einen Dialog treten.

26. Oktober
Sozialethik: Über eine gerechte Gesellschaftsordnung

Im Judentum und im Islam ist die Aufforderung an die Gläubigen, Gerechtigkeit zu üben, zentral. Sie wird jedoch nicht nur als individuelle Tugend gedacht, sondern auch als eine Grundnorm, die das gesellschaftliche Leben gestalten soll. Ingrid Mattson, Professorin für Islamwissenschaft am Huron College der Western University in Kanada, und Micha Brumlik, Senior Advisor am Zentrum Jüdische Studien Berlin-Brandenburg, diskutieren, wie Judentum und Islam eine gerechte Gesellschaft konzipieren und welche Bedingungen und Normen sie erfüllen muss, um diesem Ideal zu entsprechen. Im Mittelpunkt der Diskussion steht dabei die Frage nach den konkreten Gesellschaftssystemen, die ihm am nächsten kommen dürften.
Ort: W. Michael Blumenthal Akademie, Saal
Eintritt: frei
Zeit: 19 Uhr
Besucheranmeldung: Tel. 030-25993 488 oder reservierung@jmberlin.de

28. Oktober 2016 bis 5. März 2017
Ausstellung

Eran Shakine: A Muslim, a Christian and a Jew

In seinen großformatigen Zeichnungen setzt sich Eran Shakine (* 1962 in Tel Aviv) humorvoll mit der Frage nach den Gemeinsamkeiten und Unterschieden von Muslim*innen, Christ*innen und Jüd*innen auseinander. Ein äußerlich nicht unterscheidbares Trio steht in der Serie als Symbol für die drei großen Weltreligionen. Auf der Suche nach gemeinsamen Ursprüngen, der Liebe Gottes oder dem Dialog mit Mose, erleben sie verschiedene skurrile oder ganz alltägliche Situationen. So unbeschwert die Zeichnungen wirken, so ernsthaft ist ihre Aussage: Muslim*innen, Christ*innen und Jüd*innen teilen trotz der unterschiedlichen Auslegung der Schriften eine gemeinsame Geschichte. Ihre Wünsche, Träume und Hoffnungen liegen letztendlich ganz nah beieinander.
Ort: Libeskind-Bau EG, Eric F. Ross Galerie
Öffnungszeiten: täglich 10 bis 20 Uhr, montags 10 bis 22 Uhr
Eintritt: mit dem Museumsticket (8 Euro, erm. 3 Euro)

31. Oktober
Montagskino »Jede Zeit hat ihren Golem« | Begleitprogramm zur Ausstellung »Golem«

200. Geburtstag von Frankenstein – Filmnacht zu Halloween

Frankensteins Geschöpf ist ein naher Verwandter des Golem. Die Schriftstellerin Mary Shelley, die im verregneten Sommer von 1816 am Genfer See den Frankenstein erdachte, war nachweislich von der Golem-Legende inspiriert. Und auch im 20. Jahrhundert beeinflusste der Golem in Form des berühmten Horror-Stummfilms »Der Golem, wie er in die Welt kam« maßgeblich die ikonische Erscheinung von Frankensteins Monster – in den Filmklassikern wie den Parodien bis hin zu Dr. Frank N. Furter und Rocky Horror!.
Die Ausstellung ist bis 24 Uhr geöffnet.
Ort: Altbau EG, Auditorium
Eintritt: frei
Zeit: Filme um 18, 20 und 22 Uhr
Besucheranmeldung: Tel. 030-25993 488 oder reservierung@jmberlin.de

3. November
Filmvorführung und Gespräch mit der Regisseurin Nadia Kamel

Salata baladi – An Egyptian Salad

Dokumentarfilm, Ägypten 2008, 105 Minuten. Arabisch mit englischen Untertiteln.
Ein »ägyptischer Salat«, so nennt die Filmemacherin Nadia Kamel ihre eigene Großfamilie, in der verschiedene Religionen und Kulturen in Liebe vereint zusammen leben. Als ihr bewusst wird, dass ihr kleiner Neffe Nabil in einer Zeit aufwächst, in der Auseinandersetzungen zwischen den Kulturen und Religionen zunehmen, beschließt sie, ihm die Vielfältigkeit der eigenen Familie vor Augen zu führen. Sie plant mit ihm eine Reise nach Italien, Israel und Palästina, um in der vermeintlichen Fremde der eigenen Familie zu begegnen. Der Film erzählt die faszinierende Geschichte dreier ägyptischer Generationen und liefert zugleich das Porträt eines kosmopolitischen Ägyptens.
Im Anschluss an den Film findet ein Gespräch mit der Regisseurin in englischer Sprache statt.
Ein Abend im Rahmen der Veranstaltungsreihe »Zwischen Marrakesch und Maschhad« innerhalb des Schwerpunkts »Juden in islamisch geprägten Ländern« des Jüdisch-Islamischen Forums.
Ort: W. Michael Blumenthal Akademie, Saal
Eintritt: frei
Zeit: 19 Uhr
Besucheranmeldung: Tel. 030-25993 488 oder reservierung@jmberlin.de

10. November
Zeitzeugengespräch mit Marko Feingold

»Wer einmal gestorben ist, dem tut nichts mehr weh«

Marko Feingold, 104 Jahre alt und einer der ältesten Auschwitz-Überlebenden, hält die Erinnerung an die nationalsozialistische Verfolgung und Ermordung der Juden wach. In Gesprächen und Vorträgen erzählt der Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde Salzburg von seinem Überlebensweg: 1913 in Besztercebánya/Neusohl in Österreich-Ungarn geboren, wurde er 1939 nach Auschwitz deportiert. Über die Konzentrationslager Neuengamme und Dachau kam er 1941 nach Buchenwald, wo er bis zur Befreiung interniert war. Seit 1945 lebt er in Salzburg. Im Dialog mit der Moderatorin Mirjam Weichselbraun spricht Marko Feingold über sein Leben, das er im Jahr 2000 in dem Buch »Wer einmal gestorben ist, dem tut nichts mehr weh« beschrieben hat.
Begrüßung: Peter Schäfer, Direktor Jüdisches Museum Berlin
Einführung: Uwe Neumärker, Direktor Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas
In Zusammenarbeit mit der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas.
Ort: Altbau 2. OG, Großer Saal
Eintritt: frei
Zeit: 19 Uhr
Besucheranmeldung: Tel. 030-25993 488 oder reservierung@jmberlin.de

14. November
Montagskino »Jede Zeit hat ihren Golem« | Begleitprogramm zur Ausstellung »Golem«

Le Golem

Regie: Julien Duvivier, Frankreich 1936, 95 Minuten. Französisch mit englischen Untertiteln.
Julien Duvivers Film entstand unter dem Eindruck der Nazi-Herrschaft und Judenverfolgung im benachbarten Deutschland. Er erzählt die klassische Legende vom Golem als Hoffnungsträger für die unterjochten Juden in Prag im 16. Jahrhundert.
Ort: Altbau EG, Auditorium
Eintritt: frei
Zeit: 19 Uhr
Besucheranmeldung: Tel. 030-25993 488 oder reservierung@jmberlin.de

17. November
Golem talks | Begleitprogramm zur Ausstellung »Golem«

Joshua Cohen: You want a golem?

Joshua Cohen liest aus seinem hochgelobten »Book of Numbers« und diskutiert die digital-metaphorischen Aspekte der Golem-Schöpfung in der heutigen Zeit: die Beziehung zwischen Beschwörung und Code, »master« vs. »slave machine«, die Automatisierung in Kunst und Industrie sowie Konrad Zuses Theorie der Rechenmaschine. Der Bestseller-Autor beschreibt in seinen Werken das »Menschsein in Zeiten des Binärcodes« (New York Times). Auf dem Dachboden der Altneu-Synagoge in Prag hat er nur Staub vorgefunden.
Veranstaltung in englischer Sprache.
Ort: Altbau 2. OG, Großer Saal
Eintritt: frei
Zeit: 19 Uhr
Besucheranmeldung: Tel. 030-25993 488 oder reservierung@jmberlin.de

21. November
Johanna Wokalek liest Bertha Pappenheim

Allerlei Geschichten

Bertha Pappenheim, Frauenrechtlerin und Gründerin des Jüdischen Frauenbundes, übersetzte 1929 das Maasse-Buch (Geschichtenbuch) – eine Sammlung jiddischer Erzählungen, Sagen und Legenden, die zum ersten Mal 1602 in Basel gedruckt wurde. Diese »Allerlei Geschichten«, wie sie Pappenheim im Vorwort nennt, basieren auf traditionellen jüdischen Erzählungen aus den Midraschim und dem Talmud, aber auch aus Märchen und mündlichen Überlieferungen. Das Maasse-Buch war ein beliebter Lesestoff jüdischer Frauen, die die religiösen Schriften nicht im hebräischen Original lesen konnten. Bertha Pappenheim bemühte sich, die sprachlichen Besonderheiten des jiddischen Originals im Deutschen zu erhalten. Die Schauspielerin Johanna Wokalek liest aus dieser Übersetzung.
In Kooperation mit der Evonik Industries AG.
Ort: Altbau 2. OG, Großer Saal
Eintritt: frei
Zeit: 19 Uhr
Besucheranmeldung: Tel. 030-25993 488 oder reservierung@jmberlin.de

1. Dezember
Golem talks | Begleitprogramm zur Ausstellung »Golem«

Cathy Gelbin: Der Golem kehrt zurück

Der Hulk, Superman, Terminator: Sie alle sind Wiedergänger des Golem. Das künstliche Wesen der jüdischen Mystik wandelt sich in der modernen Populärkultur zu einer Art liebenswertem jüdischen Frankenstein. Als Ikone einer vermeintlich authentischen Volkskultur inspiriert der Golem seit der Romantik weltweit Schriftsteller*innen und Filmemacher*innen wie Jakob Grimm, Paul Wegener sowie unlängst Amos Gitai und Michael Chabon. Der Bildervortrag untersucht die besondere Rolle des Golem für die Formierung einer modernen jüdischen Kultur und Identität.
Ort: Altbau 2.OG, Großer Saal
Eintritt: frei
Zeit: 19 Uhr
Besucheranmeldung: Tel. 030-25993 488 oder reservierung@jmberlin.de

5. Dezember
Montagskino »Jede Zeit hat ihren Golem« | Begleitprogramm zur Ausstellung »Golem«

Der Kaiser und sein Bäcker

Regie: Martin Frič und Jiří Krejčík, Tschechoslowakei 1951, 112 Minuten. Tschechisch mit englischen Untertiteln.
Die bekannteste Golemverfilmung der Nachkriegszeit erzählt die Prager Legende vom Golem als märchenhafte Komödie mit sozialistischem Subtext. Die in diesem Film als Golem eingeführte, klobige Lehmgestalt ist bis heute vor allem in Prag als Souvenir-Figur sehr populär.
Ort: Altbau EG, Auditorium
Eintritt: frei
Zeit: 19 Uhr
Besucheranmeldung: Tel. 030-25993 488 oder reservierung@jmberlin.de

Ethische Fragen in Judentum und Islam

Dialogische Ringvorlesung im Rahmen des Jüdisch-Islamischen Forums

Die Ringvorlesung greift ethisch brisante Fragen aus unterschiedlichen Lebensbereichen auf und beleuchtet sie aus jüdischer und islamischer Perspektive. Zu jeder Vorlesung sind zwei Wissenschaftler eingeladen, die die jeweiligen Positionen vorstellen und miteinander in einen Dialog treten.

8. Dezember
Wirtschaftsethik: Ist Kapitalismus koscher/halal?

Gewinn und Geld werden oft negativ assoziiert. Materieller Reichtum und Profitstreben erscheinen vielen als Gegensatz zu einem spirituellen und religiösen Leben. Wie werden aber aus jüdischer und muslimischer Perspektive materieller Besitz und Reichtum tatsächlich bewertet? Judentum und Islam stellen Gebote und Verbote auf, die das ökonomische Handeln zu regeln versuchen. Können solche religiös begründeten Normen konkrete Impulse zu einer ethisch gedachten Wirtschaft liefern und in einer modernen Marktwirtschaft umgesetzt werden? Es diskutieren Nathan Lee Kaplan, Autor eines Buches über talmudische Wirtschaftsethik, und Idris Nassery, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Seminar für Islamische Theologie der Universität Paderborn, der zu islamischem Recht und Wirtschaftsethik forscht.
Ort: W. Michael Blumenthal Akademie, Saal
Eintritt: frei
Zeit: 19 Uhr
Besucheranmeldung: Tel. 030-25993 488 oder reservierung@jmberlin.de

14. Dezember
Filmvorführung und Gespräch mit der Regisseurin Frédérique Cifuentes

The Jews and the Longest Kiss in History

Dokumentarfilm, Großbritannien 2011, 60 Minuten. Englische Originalversion.
Der längste Kuss in der Geschichte – so nennt man im Sudan den Zusammenfluss des Blauen und Weißen Nils. An diesem besonderen Ort beginnt Anfang des 19. Jahrhunderts die wenig bekannte Geschichte der Juden im Sudan, die die Filmemacherin Frédérique Cifuentes Morgan in ihrem Dokumentarfilm erzählt. Neugierig geworden durch ein altes Ladenschild mit der Aufschrift »Maurice Goldenberg«, das sie in der sudanesischen Hauptstadt Khartum zufällig entdeckt, begibt sie sich auf die Spuren jüdischen Lebens. Mit Hilfe von Zeitzeugen, die heute in der ganzen Welt leben, sammelt sie persönliche Erinnerungen und dokumentiert die Geschichte der jüdischen Gemeinde unter osmanisch-ägyptischer Herrschaft, unter dem Mahdi, unter britischer Kolonialherrschaft und im unabhängigen Sudan.
Im Anschluss an den Film findet ein Gespräch mit der Regisseurin in englischer Sprache statt.
Ein Abend im Rahmen der Veranstaltungsreihe »Zwischen Marrakesch und Maschhad« innerhalb des Schwerpunkts »Juden in islamisch geprägten Ländern« des Jüdisch-Islamischen Forums.
Ort: W. Michael Blumenthal Akademie, Saal
Eintritt: frei
Zeit: 19 Uhr
Besucheranmeldung: Tel. 030-25993 488 oder reservierung@jmberlin.de

15. bis 17. Dezember
Internationale Konferenz

Contesting Jewish Loyalties: The First World War and Beyond

Die Frage nach jüdischen Loyalitäten ist zentral in der Betrachtung des Ersten Weltkriegs als Wendepunkt in der jüdischen Geschichte. Einerseits wurde jüdische Zugehörigkeit von außen hinterfragt, andererseits wurde die Schwierigkeit, scheinbar widersprüchliche Loyalitäten in Einklang zu bringen, ein Problem für den einzelnen Juden, für Familien und Gemeinden. Sowohl während des Krieges als auch in der Nachkriegszeit fanden sich Juden in ganz Europa oft zwischen den Fronten gefangen – ihre Loyalitäten wurden hinterfragt und hinsichtlich Religion, Ethnizität, Nationalität und Staatsbürgerschaft neu definiert.
Ort: W. Michael Blumenthal Akademie, Saal
Eintritt: frei
Zeit: Donnerstag 13-20 Uhr, Freitag 9-17 Uhr, Samstag 10-14 Uhr
Anmeldung: archive@jmberlin.de

Alle Pressebilder zum Download

Auf einen Blick

Anschauen