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Lila-blaue Grafik mit der Aufschrift „Digital Lecture Series“

Repressive Migrationskontrolle und autoritärer Umbau in Europa

Maximilian Pichl im Gespräch mit Dinah Riese (auf Englisch)

Im Rahmen der Digital Lecture Series Menschenrechte als letzte Utopie? Migration und jüdische Geschichte gibt der Rechts- und Politikwissenschaftler Maximilian Pichl einen Überblick über die dreißigjährige Geschichte der europäischen Asylpolitik und erläutert, warum es gerade zu einer neuen Zäsur kommt. 

Di, 1. Sep 2026, 19 Uhr

Wo

online

Die europäische Asyl- und Migrationspolitik ist seit drei Jahrzehnten durch eine gleichzeitige Offenheit und Abschottung gekennzeichnet: Die Vergemeinschaftung liberalisierte das Asylrecht in vielen Staaten, schuf aber gleichzeitig mit Frontex und Migrationspakten eine repressive Migrationskontrolle. Dieser historische Kompromiss aus liberal-menschenrechtlichen und national-konservativen Strängen ist nun zerbrochen. Das neue Gemeinsame Europäische Asylsystem (GEAS) stellt eine erhebliche Verschärfung des bisherigen Asylsystems dar, während im EU-Parlament konservative und extrem rechte Parteien gemeinsame Maßnahmen für Abschiebungen beschließen. Die Verschärfung des Asylrechts ist dabei Teil eines generellen autoritären Umbaus, in dem es aber immer noch menschenrechtliche Pflöcke gibt, die eine Vollabschottung Europas verhindern.

Vor dem Hintergrund jüdischer Migrationsgeschichte nehmen unsere Gäste der Digital Lecture Series im Gespräch mit Dinah Riese (taz) in den Blick, wie seit den 1930er-Jahren die Grundlagen für ein humanitäres Flüchtlingsrecht erarbeitet wurden. Dabei werden historische Errungenschaften sichtbar, die heute zunehmend in Frage gestellt werden. Welche Erfahrungen aus der Vergangenheit und welche juristischen oder philosophischen Perspektiven können helfen, gegenwärtige Grenzen des Denkens über Migration zu überschreiten? Und wo lassen sich im Hier und Jetzt Ansätze für eine offenere Zukunft finden?

Maximilian Pichl

Maximilian Pichl ist Rechts- und Politikwissenschaftler. Er ist Professor für Recht der Sozialen Arbeit an der Frankfurt University of Applied Sciences, zuvor unterrichtete er an der Hochschule Rhein Main, der Goethe-Universität in Frankfurt a. M. und der Universität Kassel. Von 2015 bis 2017 war er rechtspolitischer Referent von PRO ASYL e.V. Er ist Autor u.a. von Law statt Order. Der Kampf um den Rechtsstaat, Suhrkamp (2024) und Rechtskämpfe. Eine Analyse der Rechtsverfahren nach dem Sommer der Migration, Campus: Frankfurt am Main (2021) und seit 2020 Mit-Herausgeber des jährlichen Report Recht gegen Rechts.

Maximilian Pichl, Foto: Adrian Oeser

Dinah Riese

Dinah Riese leitet das Inlandsressort der taz. Davor war sie dort Redakteurin für Migration und Integration. Für ihre Recherche und Berichterstattung zum sogenannten Werbeverbot für Abtreibungen, Paragraf 219a StGB, wurde sie mehrfach ausgezeichnet. Ihr Interview mit Überlebenden des Anschlags in Halle war für den Reporter:innenpreis nominiert. Im März 2022 erschien von Gesine Agena, Patricia Hecht und ihr das Buch Selbstbestimmt. Für reproduktive Rechte im Verlag Klaus Wagenbach.

Dinah Riese, Foto: Sonja Trabandt

Lila-blaue Grafik mit der Aufschrift „Digital Lecture Series“

Digital Lecture Series
Menschenrechte als letzte Utopie? Migration und jüdische Geschichte

Digital Lecture Series Menschenrechte als letzte Utopie? Migration und jüdische Geschichte – die Veranstaltungsreihe im Überblick

Veranstaltungen

Siehe auch

W. Michael Blumenthal Akademie des Jüdischen Museums Berlin – Plattform und Laboratorium für vielfältige Perspektiven

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Stand 14. April 2025

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Was, wann, wo?

  • WannDi, 1. Sep 2026, 19 Uhr
  • Wo online
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  • Eintritt

    frei

  • Sprache Englisch

    Hinweis Anmeldungslink folgt in Kürze