Carl Melchior

Jüdischer Vorkämpfer eines europäischen Friedens

Gruppenbild der deutschen Delegation für die Friedensverhandlungen in Versailles um runden Tisch sitzend

Carl Melchior (ganz rechts) als Teil der deutschen Friedensdelegation in Versailles, Januar 1919; Bundesarchiv, Bild 146-1971-037-34, Foto: Scherl, August

Intervention
»Carl Melchior«

Im Rahmen des berlin­weiten Themen­winters »100 Jahre Revolution – Berlin 1918/19« erinnert das Jüdische Museum Berlin mit einer Intervention im Akademie­gebäude an das Wirken von Carl Melchior, dem lange über­sehenen jüdischen Vor­kämpfer eines europäischen Friedens.

Frieden war im November 1918 eine zentrale Forderung nicht nur der Revolutionäre. Wie aber konnte ein solcher Friede nach einem jahre­langen alles vernichtenden Mahl­strom der Gewalt, angesichts von Millionen von Opfern des Ersten Welt­krieges geschaffen und gesichert werden?

18. Januar bis 30. Juni 2019
Ort

W. M. Blumenthal Akademie

Fromet-und-Moses-Mendelssohn-Platz 1, 10969 Berlin
Postanschrift: Lindenstraße 9-14, 10969 Berlin

Darum bemühte sich Carl Melchior als Vor­sitzender des Finanz­ausschusses der deutschen Waffenstillstands­delegation und Haupt­delegierter bei den Ver­handlungen mit den Alliierten – und bewahrte dabei »große Würde in der Nieder­lage« (so einer seiner Gegen­über, John Maynard Keynes).

Melchior stammte aus einer alten Altonaer Rabbiner­familie und war der erste Mit­inhaber des Hamburger Bank­hauses M. M. Warburg & Co, der nicht aus der Familie stammte. 1918 war er Mit­begründer der Deutschen Demokratischen Partei. Rastlos reisend setzte er sich nach der Ent­täuschung von Versailles für faire Reparations­bedingungen und einen Ausgleich mit Frankreich und Groß­britannien ein. 1926 wurde er zum deutschen Repräsentanten des Völker­bunds. Zusammen mit Leo Baeck trat er Anfang 1933 für die Belange von Jüdinnen*­Juden in Deutsch­land ein und wurde so Mit­begründer des »Zentral­ausschusses der deutschen Juden für Hilfe und Aufbau«. Er starb am 30. Dezember 1933 – an Über­arbeitung.

In Zusammen­arbeit mit der Stiftung Warburg-Archiv, gefördert von der Warburg-Melchior-Olearius-Stiftung, in Kooperation mit Kulturprojekte Berlin

Schwarz-weiß-Fotografie zweier Menschen auf dem Vorplatz eines Hauses mit Blumen, Statue und Korbstuhl im Hintergrund

Carl Joseph Melchior und seine Nichte Lilly Reberts, geb. Melchior, Berlin ca. 1930; Jüdisches Museum Berlin, Inv.-Nr. 2004/245/5, Schenkung von Marianne Breslauer, Renate Schäffer, Ruth Fröland, Leonore Forsgen. Weitere Informationen zu diesem Foto finden Sie in unseren Online-Sammlungen.

Informationen zur Ausstellung im Überblick

  • Wann

    18. Januar bis 30. Juni 2019

  • Eintritt

    frei

  • Wo

    W. M. Blumenthal Akademie, Eingangsbereich
    Fromet-und-Moses-Mendelssohn-Platz 1, 10969 Berlin Zum Lageplan

  • Öffnungszeiten der Akademie

    Montag, Mittwoch: 10–19 Uhr
    Dienstag, Donnerstag, Freitag: 10–18 Uhr

Ort

W. M. Blumenthal Akademie

Fromet-und-Moses-Mendelssohn-Platz 1, 10969 Berlin
Postanschrift: Lindenstraße 9-14, 10969 Berlin