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Lea Rosh und Olaf Lemke

Kurz­interview und Fotos von der Ausstellungs­eröffnung Frédéric Brenner – ZERHEILT

Eine ältere Frau mit großen Ohrringen und den Händen in den Hosentaschen steht vor einem Porträtbild von sich, auf dem sie in einem Raum mit vielen leeren Rahmen an den Wänden in einem Stuhl sitzt

Lea Rosh in der Ausstellung ZERHEILT; Jüdisches Museum Berlin, Foto: Jule Roehr

Wir sind Lea Rosh, Fernseh­journalistin, Autorin und Vorsitzende des Förder­kreises „Denkmal für die ermordeten Juden Europas“, und Olaf Lemke, einer der fünf großen Rahmen­händler in Europa, beide in Berlin geboren.

Wie kam es zur Idee der Inszenierung in Ihrem Portrait?

Lea Rosh: Frédéric Brenner traf sich mit mir, wegen des Fotos. Er fragte, wo er mich foto­grafieren könnte. Ich sagte zu ihm: ‚Mein Büro, die übliche Bücher­wand, ist ja lang­weilig. Kommen Sie in Olaf Lemkes Rahmen-Galerie, die habe ich auch als zweites Büro gemietet.‘

Er kam, sah und sagte gleich: ‚Da machen wir das Foto.‘

So machten wir es. Und er sah dann unsere Wohnung, über der Galerie, und foto­grafierte unser Sitz-Zimmer. Das ist das Foto mit Olaf Lemke.

Eine ganz in rot gekleidete Frau sitzt in einem Raum mit vielen leeren Rahmen an der Wand und Kronleuchter an der Decke auf einem Stuhl und schaut auf ihr Handy

Aus dem fotografischen Essay ZERHEILT von Frédéric Brenner; Jüdisches Museum Berlin, erworben mit Unterstützung der Freunde des Jüdischen Museums Berlin

Ein älterer Mann mit Einstecktuch im Jackett steht vor dem großformatigen Foto eines Salons, in dem das Gemälde einer Frau an der Wand hängt, wo der Kopf wäre, ist ein Stück Leinwand herausgeschnitten

Olaf Lemke in der Ausstellung ZERHEILT; Jüdisches Museum Berlin, Foto: Jule Roehr

Olaf Lemke: Frédéric Brenner kam also nach der Galerie in unsere Wohnung. Da war er auch so begeistert, dass er den Wohn­raum gleich foto­grafierte (das 2. Bild in der Ausstellung).

Was Frédéric so begeistert hatte, war das Bild über dem Sofa, das Bild einer Frau (die Heilige Magdalena) in einem herrlichen Gewand, aber ohne Kopf. Ich hatte dieses zerstörte Bild von einem Freund geschenkt bekommen: Ich könne es ja wegwerfen, in so einem miesen Zustand. Ich aber konnte auch ein so zerstörtes Bild nicht wegwerfen. Ich erkannte auch seine Qualität, trotz der Zerstörung. Ich habe es für 20.000 Euro restaurieren lassen, und zwar von einer der besten Restaura­torinnen der Stadt.

Zwei Kunst­historiker, Roberto Contini von der Gemäldegalerie Berlin und Francesco Solinas vom Louvre, Paris, begut­achteten dieses Bild und haben es sofort der berühmtesten Malerin des frühen 17. Jahrhunderts, Artimisia Genteleschi, 1597–1651, zugeschrieben. Daraufhin wurde es in Mailand in der großen Retro­spektive der Artimisia Gente­leschi im Palazzo Reale im Jahr 2011 ausgestellt. Natürlich hoffe ich immer noch, dass dieser ausge­schnittene Kopf eines Tages wieder auftaucht. Auch so: ein Kunst­werk höchster Qualität! Frédéric Brenner hatte also ein ausge­sprochen gutes Auge!

Ansicht eines Raums mit Stuckdecke, Kronleuchter, roter Designer-Couchgarnitur und über dem Sofa an der rötlich gestrichenen Wand ein goldgerahmtes, altes Ölgemälde einer Frau, bei dem auf Höhe des Kopfes ein rechteckiges Stück Leinwand fehlt

Aus dem fotografischen Essay ZERHEILT von Frédéric Brenner; Jüdisches Museum Berlin, erworben mit Unterstützung der Freunde des Jüdischen Museums Berlin

Zitierempfehlung:

Jüdisches Museum Berlin (2021), Lea Rosh und Olaf Lemke. Kurz­interview und Fotos von der Ausstellungs­eröffnung Frédéric Brenner – ZERHEILT.
URL: www.jmberlin.de/node/8421

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