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Wartet noch jemand auf den Messias?

Jüdische und christliche Positionen (mit Video-Mitschnitt)

Schalom Ben-Chorin hat den zentralen Unterschied zwischen Christen­tum und Judentum so beschrieben: „Der Glaube Jesu eint uns, der Glaube an Jesus trennt uns“.

Manche behaupten, die Uneinigkeit werde überbrückt, da Christ*innen, Jüdinnen und Juden sich im gemeinsamen Warten auf die An- bzw. Wiederkunft des ver­sprochenen Herrschers begegnen. Ist diese Behauptung heute noch haltbar?

„Den Sprössling deines Knechtes David lass rasch empor­sprießen, sein Horn erhöhe…“ beten Jüdinnen und Juden im Achtzehn­bittengebet, dem Hauptgebet im Gottesdienst. Auch nach Maimonides gehört der Glaube an den Messias zu den zentralen Glaubenslehren.

mit Video-Mitschnitt

Übersichtsplan mit allen Gebäuden, die zum Jüdischen Museum Berlin gehören. Die W. M. Blumenthal Akademie ist grün markiert

Ort

W. M. Blumenthal Akademie,
Klaus Mangold Auditorium
Fromet-und-Moses-Mendelssohn-Platz 1, 10969 Berlin (gegenüber dem Museum)

Video-Mitschnitt vom 24. August 2021; Jüdisches Museum Berlin 2021

Dennoch ist die Frage nach der Relevanz des Messias­glaubens im Judentum heute keineswegs eindeutig zu beantworten. Oft wird beteuert, er sei heute für viele Jüdinnen und Juden bedeutungslos.

Die heute oft fehlende jüdische Resonanz ist für viele Christ*innen überraschend, gehört doch die Erwartung der Wiederkunft Christi zu den unverrückbaren christlichen Glaubenssätzen. So heißt es in dem großen Glaubens­bekenntnis: „Ich glaube an Jesus Christus, der wiederkommen wird in Herrlichkeit, zu richten die Lebenden und die Toten.“ Trotzdem lässt sich heute auch unter Christ*innen beobachten, dass der Glaube an die endzeitlich hereinbrechende Gottes­herrschaft deutlich an Relevanz verliert.

Kann man daraus schlussfolgern, dass Christ*innen, Jüdinnen und Juden im Messias­glauben keinerlei gemeinsame Basis mehr haben, weder mit Blick auf die Identität des Messias noch in der Erwartung seines Kommens?

Porträtfotos der beiden Vortragenden Prof. Marschkies und Prof. Krochmalnik

Prof. Christoph Markschies (links), Foto: Pablo Castangnola und Prof. Daniel Krochmalnik (rechts), Foto: privat

Christoph Markschies

Christoph Markschies ist Präsident der Berlin-Brandenbur­gischen Akademie der Wissenschaften und Professor für Antikes Christentum an der Humboldt-Universität zu Berlin.

Daniel Krochmalnik

Daniel Krochmalnik ist Professor für Jüdische Religion und Philosophie an der Universität Potsdam und Geschäftsführender Direktor der School of Jewish Theology.

Die Veranstaltung wird sowohl vor Ort als auch via Live­stream stattfinden und von Shelley Harten moderiert.

Was, wann, wo?

  • Wann Di, 24. Aug 2021, 19 Uhr
  • Dauer 90 Minuten
  • Wo W. M. Blumenthal Akademie,
    Klaus Mangold Auditorium

    Fromet-und-Moses-Mendelssohn-Platz 1, 10969 Berlin
    (gegenüber dem Museum)

    Zum Lageplan
  • Eintritt

    frei

  • Ihre Fragen können Sie über das Tool Slido stellen. Zugangsdaten: www.slido.com, Code #663865

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