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Ab 23. August 2020 präsentiert die vollständig neu gestaltete Dauer­ausstellung jüdische Geschichte und Gegenwart in Deutschland. Bis dahin bleibt das Jüdische Museum Berlin wegen Umbaus geschlossen.

Im Wechsel der Gezeiten

Der Reeder Arnold Bernstein

Die Ausstellung widmete sich dem Leben und Schaffen des Hamburger Reeders Arnold Bernstein, dessen Nachlass dem Jüdischen Museum 2007 gestiftet wurde.

Ausstellung bereits beendet

  Gebäudeplan mit Markierung des Libeskindbaus

Ort

Libeskind-Bau UG

Lindenstraße 9–14, 10969 Berlin

Arnold Bernstein

1888 in Breslau geboren, verließ Arnold Bernstein die Stadt nach dem Zusammenbruch der Firma seines Vaters und ging nach Hamburg. 1919 gründete er seine erste Reederei. Einfallsreichtum und Geschäftssinn zeichneten den innovativen Unternehmer aus, dessen Arnold Bernstein Linie schnell zu einem der führenden privaten Schifffahrtsunternehmen in Deutschland avancierte. Er revolutionierte den Autotransport zwischen den USA und Europa, indem er die Fahrzeuge preiswert, ohne die damals üblichen Holzverpackung über den Atlantik transportierte. Als Ende der Zwanziger Jahre die Depression den Profit der »Schwimmenden Garagen« schmelzen ließ, baute Arnold Bernstein seine Frachtschiffe zu Passagierschiffe um. Statt der üblichen drei Klassen gab es auf seinen Schiffen nur eine Touristenklasse. Nach nur wenigen Jahren besaß er drei florierende Passagierlinien, die zwischen Europa und den USA sowie Palästina fuhren.

Seine beispielhafte Karriere nahm ein abruptes Ende, als die Nationalsozialisten ihn 1937 wegen angeblicher Verstöße gegen Devisenvorschriften festnahmen. Nach einem Prozess wurde er enteignet und inhaftiert. Kurz vor Beginn des Zweiten Weltkrieges gelang es ihm, in die USA zu emigrieren, wo er sich zwar eine neue Existenz aufbauen, jedoch nicht mehr an seine früheren Erfolge anknüpfen konnte. Arnold Bernstein starb 1971 im Alter von 83 Jahren in Palm Beach, Florida.

Über die Ausstellung

Die Ausstellung folgte chronologisch der Lebensgeschichte des Reeders. Herausragende Exponate waren ein Modell des ersten Schiffes von Arnold Bernstein von 1929 sowie ein Gemälde des Schiffes Tel Aviv, der jüdische Auswanderer von Triest nach Haifa beförderte, von dem Marinemaler Eduard Edler. Zu sehen waren zudem Urkunden, Briefe, Werbebroschüren, Menükarten und Passagierlisten der Reedereien, der Deckplan zweier Passagierschiffe, ein Mützenband von einem der Schiffe sowie zahlreiche Fotografien aus dem Nachlass von Arnold Bernstein.

Dank

Wir danken Ronald Barnes und seiner Tochter Susan Barnes für die großzügige Schenkung des Nachlasses ihres Vaters und Großvaters.

Arnold Bernstein

Weitere Informationen über Arnold Bernstein finden Sie auf Wikipedia.

Mehr bei Wikipedia

Informationen zur Ausstellung im Überblick

  • Wann

    31. Jan bis 15. Jun 2008

  • Wo

    Libeskind-Bau UG
    Lindenstraße 9–14, 10969 Berlin
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