Der Mai 2026 im JMB
Pressemitteilung vom Do, 26. Mär 2026
Im Mai eröffnet das Jüdische Museum Berlin die neue Ausstellung Between the Lines. Daniel Libeskind und das Jüdische Museum Berlin. Die Schau würdigt sowohl Daniel Libeskinds 80. Geburtstag als auch das 25‑jährige Jubiläum des Museums. Begleitend dazu findet ein öffentliches Gespräch zwischen Daniel Libeskind und der Journalistin und Autorin Johanna Adorján statt, das vertiefende Einblicke in das Architekturverständnis und die Entstehung des Museumsbaus bietet. Das Monatsprogramm setzt weitere Akzente: Ein Abend zu queeren Biografien im Nationalsozialismus rückt bislang wenig sichtbare Lebensgeschichten in den Fokus, und die zweite Digital Lecture Series befasst sich mit aktuellen menschenrechtlichen Fragestellungen, eröffnet durch die politische Philosophin Seyla Benhabib. Des Weiteren können Besucher*innen am Internationalen Museumstag das vielfältige Führungsangebot des JMB im Rahmen kostenfreier Formate kennenlernen.
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Dr. Margret Karsch
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Stiftung Jüdisches Museum Berlin
Lindenstraße 9–14
10969 Berlin
Neue Ausstellung
Between the Lines
Daniel Libeskind und das Jüdische Museum Berlin
8. Mai bis 1. Nov 2026
JMB, Libeskind-Bau EG, Eric F. Ross Galerie
Die Schau Between the Lines. Daniel Libeskind und das Jüdische Museum Berlin würdigt Daniel Libeskinds 80. Geburtstag und markiert zugleich das 25‑jährige Jubiläum des Jüdischen Museums Berlin im ikonischen Neubau.
Der in Polen geborene US‑Architekt gewann 1989 den Wettbewerb für den Erweiterungsbau des Berlin Museums und schuf mit seinem Entwurf erstmals eine architektonische Übersetzung des Zivilisationsbruchs des Holocausts. Damit reichte sein Entwurf weit über die ursprüngliche Bauaufgabe hinaus und beeinflusste die deutsche Erinnerungskultur maßgeblich.
Die Ausstellung beleuchtet Libeskinds konzeptionelle Arbeit, seine Inspirationen und seinen Dialog mit der deutschen und insbesondere jüdischen Berliner Kulturgeschichte. Zeichnungen, Modelle und zeitgenössische Diskurse führen zurück in die Wende‑ und Nachwendezeit und zeigen die Entstehung eines der einflussreichsten Museumsbauten der Gegenwart. Die Exponate stammen aus der Sammlung des JMB, ergänzt durch Leihgaben und Schenkungen des Architekten.
Ermöglicht durch DIE FREUNDE DES JMB, Medienpartner Radio 3
Veranstaltungen
AKADEMIE
Daniel Libeskind im Gespräch mit Johanna Adorján (auf Englisch)
Gespräch im Rahmen der Ausstellung Between the Lines.
Daniel Libeskind und das Jüdische Museum Berlin
Di, 19. Mai, 19 Uhr, Glashof
Zum 25‑jährigen Bestehen des Jüdischen Museums Berlin ist Architekt Daniel Libeskind zu Gast und spricht im Rahmen der Ausstellung Between the Lines mit der Journalistin und Autorin Johanna Adorján über die Entstehung seines Gebäudes, seine Auseinandersetzung mit der Berliner Stadtgeschichte und die Rolle von Architektur für Erinnerungskultur. Das Gespräch findet im Glashof des JMB statt und bietet Einblicke in die Genese eines international beachteten Bauwerks sowie dessen aktuelle Relevanz.
AKADEMIE
Das verborgene Archiv
Ein Abend zu queeren Biografien im Nationalsozialismus (auf Englisch)
Di, 12. Mai, 19 Uhr, Auditorium in der W. M. Blumenthal Akademie
In der Weimarer Republik war die Nachbarschaft rund um den heutigen Standort des Jüdischen Museums Berlin (JMB) ein wichtiger Ort des queeren Berliner Kultur‑ und Nachtlebens. Das von Magnus Hirschfeld gegründete Institut für Sexualwissenschaften bot homosexuellen und trans* Personen einen geschützten Raum, bevor es 1933 von den Nationalsozialisten gewaltsam geschlossen wurde. Viele queere Protagonist*innen wurden verfolgt oder zur Emigration gezwungen – umso mehr, wenn sie auch jüdisch waren.
Das JMB präsentiert ausgewählte Zeitzeug*innen‑Interviews aus dem Podcast Making Gay History von Eric Marcus. Im Anschluss diskutieren der US-amerikanische Journalist Eric Marcus, Janin Afken, Literaturwissenschaftlerin und Mitarbeiterin an der Humboldt Universität zu Berlin und Kai* Brust, Historiker*in an der Freien Universität Berlin, unter der Moderation von Anika Reichwald, Kuratorin der Dauerausstellung des JMB, über die Herausforderungen, die die Recherche von LGBTQIA*-Biografien in Archiven und Museumssammlungen mit sich bringt.
In Kooperation mit der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld
AKADEMIE
Digital Lecture Series II
Menschenrechte als letzte Utopie?
Migration und jüdische Geschichte
Seyla Benhabib im Gespräch mit Dinah Riese über Geschichte und Perspektiven der Genfer Flüchtlingskonvention
Mi, 27. Mai, 19 Uhr, online
Die neue Digital Lecture Series des Jüdischen Museums Berlin (JMB) widmet sich der Geschichte, Gegenwart und Zukunft der Menschenrechte. Vor dem Hintergrund jüdischer Flüchtlings- und Menschenrechtspolitik nehmen fünf Wissenschaftler*innen gemeinsam mit Dinah Riese (taz) in den Blick, wie seit den 1930er Jahren die Grundlagen eines internationalen Flüchtlingsrechts entstanden sind. Dabei hebt die Reihe visionäre Errungenschaften hervor, die heute zunehmend in Frage gestellt werden.
Die politische Philosophin Seyla Benhabib eröffnet die Reihe: Sie spricht über die Bedeutung der Genfer Flüchtlingskonvention aus dem Jahr 1951, die Bedingungen ihrer Entstehung und die Frage, wie der menschenrechtliche Schutz vor dem Hintergrund der Geschichte der Philosophie der Menschenrechte und der Krise internationalen Rechts weitergedacht werden kann.
Gefördert von der Berthold Leibinger Stiftung und in Medienkooperation mit der taz
Führungen
DAUERAUSSTELLUNG
Jiddisch & Jüdische Identität
Öffentliche Führung
Sa, 2. Mai, 15–16:30 Uhr
Meeting Point im Foyer
Die Führung lädt dazu ein, über die Bedeutung von Sprache in der eigenen Familiengeschichte und Identität nachzudenken und beleuchtet die oft übersehene Rolle des Jiddischen im jüdischen Leben Deutschlands.
DAUERAUSSTELLUNG
Menschenrechte. Über ihre Entstehung
Öffentliche Führung
So, 3.+10. Mai, 11–12:30 Uhr
Meeting Point im Foyer
Die UN-Menschenrechtskommission gründete sich 1946 unter dem Eindruck der gerade erst vergangenen Taten der Nationalsozialisten. Die neue Themenführung betrachtet die Entstehung einzelner Artikel der Menschenrechtserklärung im Kontext der deutsch-jüdischen Geschichte. Sie schlägt einen Bogen vom Menschenbild in der Tora, über die Religionsfreiheit bis zum Diskriminierungsverbot und dem Recht auf Asyl und Bewegungsfreiheit.
DAUERAUSSTELLUNG
8. oder 9. Mai? Jüdische Perspektiven
Öffentliche Führung
Mi, 6. Mai, 15–17 Uhr
Meeting Point im Foyer
Am 8. Mai 2026 jährt sich das Kriegsende zum 81. Mal. Die Führung zeichnet einzelne Biografien aus den Familiensammlungen nach, zeigt wie Menschen in einem Lager für Displaced Persons lebten und folgt auch der jüdisch-amerikanischen Perspektive, aus der zum Beispiel der Fotograf David Scherman nationalsozialistische Symbole mit dem Blick des Siegers festhielt.
DAUERAUSSTELLUNG
Bilder machen Leute
Eine Führung für Menschen mit Demenz und ihre Begleitung
Mi, 13. Mai, 14–16:30 Uhr
Meeting Point im Foyer
Nach einem Kennenlernen bei Challa und Kaffee besucht die Gruppe den Ausstellungsraum Bilder machen Leute und betrachtet gemeinsam drei Gemälde aus dem 19. Jahrhundert.
DAUERAUSSTELLUNG
Internationaler Museumstag 2026
Kostenfreie Angebote für Museumsbesucher*innen
So, 17. Mai, 10–18 Uhr
Meeting Point im Foyer
Zum Internationalen Museumstag bietet das JMB vier kostenfreie Führungen an, die Einblicke in die Dauerausstellung sowie in die aktuelle Schau Between the Lines. Daniel Libeskind und das Jüdische Museum Berlin geben. Eine Online‑Anmeldung im Voraus ist erforderlich.
DAUERAUSSTELLUNG
Themenführung
Ritual und Religion: Schawuot
Öffentliche Führung
So, 24. Mai, 11–12:30 Uhr
Meeting Point im Foyer
In dieser besonderen Themenführung steht das jüdische Erntedankfest oder wörtlich „das Wochenfest“ im Mittelpunkt. Darüber hinaus geht es in der Führung um die Tora als Heilige Schrift des Judentums, ihre Auslegung und ihre Bedeutung in der Gegenwart.
AUSSTELLUNG
Öffentliche Führung
Between The Lines. Daniel Libeskind
und das Jüdische Museum Berlin
So, 31. Mai, 11–12:30 Uhr
Libeskind-Bau EG, Eric F. Ross Galerie,
Meeting Point im Foyer
Der markante Zick-Zack-Bau des New Yorker Architekten Daniel Libeskind zählt zu den bekanntesten Architekturwerken Berlins. Die Führung zeigt den komplexen Museumsbau im Kontext seiner Entstehung im Berlin der Wende- und Nachwendejahre und lässt Libeskinds Ideen und Gedanken lebendig werden.
Laufende Ausstellungen
Dauerausstellung
Jüdische Geschichte und Gegenwart in Deutschland
Die Dauerausstellung Jüdische Geschichte und Gegenwart erzählt auf 3.500 Quadratmetern die 1.700-jährige Geschichte der Jüdinnen*Juden in Deutschland. Jüdische Gemeinschaften waren stets eng mit ihrer Umgebung verflochten – vom Mittelalter bis heute. Vielstimmig und interaktiv thematisiert die Ausstellung Zugehörigkeit und Ausgrenzung in ihren unterschiedlichen historischen Ausprägungen, von nachbarschaftlichem Zusammenleben bis zu Gewalt. Der Rundgang wechselt zwischen historischen Epochen und jüdischen Themen jenseits geografischer und zeitlicher Grenzen: Was ist im Judentum heilig? Was bedeutet der Schabbat? Acht thematische Inseln laden Besucher*innen ein, sich mit allen Sinnen in jüdische Kultur und Religion zu vertiefen.
Ort für Kinder
ANOHA – Die Kinderwelt des Jüdischen Museums Berlin
ANOHA – Die Kinderwelt des Jüdischen Museums Berlin lädt Kinder im Kita- und Grundschulalter zum Entdecken, Ausprobieren und Spielen ein. ANOHA nimmt die Erzählung der Arche Noah aus der Tora als Ausgangspunkt für eine Reise in die Zukunft. Im Zentrum der Kinderwelt stehen eine riesige Arche aus Holz, 150 verschiedene Tierskulpturen – und die Kinder selbst. Sie sind eingeladen, an Bord zu gehen und mit ihrer Fantasie die Geschichte der Arche Noah neu lebendig werden zu lassen. Wie wollen wir gemeinsam auf dieser Erde leben? Wie kann ein respektvolles Miteinander von Mensch, Tier und Natur gelingen? ANOHA ermutigt Kinder, eigene Visionen zu entwickeln – inspiriert vom jüdischen Konzept „Tikkun Olam“, das jeden Einzelnen auffordert, die Welt ein Stück besser zu machen.
Öffentliche Führungen für Erwachsene finden jeden Sonntag um 14:45 Uhr statt.