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Hetty Berg führt das JMB weitere fünf Jahre als Direktorin

Pressemitteilung von Mo, 25. März 2024

Bereits vor Ablauf ihrer fünf­jährigen Amtszeit hat Hetty Berg ihre Vertrags­verlängerung als Direk­torin des Jüdischen Museums Berlin (JMB) bei der Kultur­staats­ministerin Claudia Roth unter­zeichnet.

Kontakt

Dr. Margret Karsch
Pressesprecherin
T +49 (0)30 259 93 419
presse@jmberlin.de

Postadresse

Stiftung Jüdisches Museum Berlin
Lindenstraße 9–14
10969 Berlin

Claudia Roth führte dazu aus: „Hetty Berg ist es gelungen, das Jüdische Museum Berlin als Leucht­turm für jüdisches Leben in Deutsch­land aus­zubauen und erfolgreich weiter­zuentwickeln. Denn zu unserem großen Glück ist das jüdische Leben in unserem Land heute wieder lebendig und viel­fältig. Dieser Vielfalt, dieser Leben­digkeit hat Hetty Berg beein­druckend Rechnung getragen und ein ebenso viel­fältiges Publikum erreicht.

Hass und Gewalt gegen Jüdinnen und Juden sowie jüdische Ein­richtungen haben in den letzten Monaten in erschreck­endem Maße zuge­nommen. Da kommt der Auseinander­setzung mit Formen und Folgen von Anti­semitismus in der Geschichte und Gegen­wart unseres Landes, wie sie im Jüdischen Museum Berlin exem­plarisch stattfindet, eine ganz beson­dere Bedeu­tung zu. Die große öffent­liche Anerken­nung für die Arbeit des Museums bestätigt den Kurs seiner Direktorin. Ich freue mich daher sehr, dass sich Hetty Berg zu einer vorzeitigen Vertrags­verlängerung bereit­erklärt hat. Dies ist ein überaus positives Signal für die Zukunft des JMB. Hetty Bergs hohe fachliche Kompetenz, ihr Gestalt­ungwillen und ihre Weitsicht sind beste Voraus­setzungen dafür, dass das JMB weiterhin seine so wichtigen Aufgaben erfüllen kann.“

„Das in mich gesetzte Vertrauen, eines der größten jüdischen Museum Europas zu leiten, das in Berlin und damit an einem für die deutsch-jüdische Geschichte so zentralen Ort liegt, ehrt mich“, so Hetty Berg. „Ich verstehe das als Auftrag, sicher­zustellen, dass das JMB ein öffent­licher Ort der Reflexion über jüdische Kultur in Vergang­enheit und Gegenwart, über die Viel­falt jüdischer Perspek­tiven sowie über die Beziehungs­geschichte zwischen Jüdinnen und Juden und ihrer nicht-jüdischen Umwelt bleibt und sich weiter­entwickelt. Ich freue mich darauf, die kommenden fünf Jahre mit diesem wunder­baren Team zusammen­zuarbeiten!“

Die Besucher­rekorde der jüngsten Zeit belegen den Erfolg von Bergs Arbeit: Paris Magnétique war eine der drei erfolgreichsten Wechsel­ausstellungen in der Geschichte des JMB, und das Jahr 2023 verzeichnete 729.559 Besucher*innen – und damit den höchsten Wert der letzten 13 Jahre. Darüber hinaus ist es Hetty Berg gelungen, den Anteil der Besucher*innen aus Deutschland zu erhöhen und damit das JMB tiefer in der deutschen Gesell­schaft zu verankern: Vor ihrer Amts­zeit betrug der Anteil der Be­sucher*innen aus Deutschland 27 Prozent, inzwischen liegt er bei 42 Prozent.

Im April 2020 hatte die nieder­ländische Kuratorin und Museums­managerin die Stelle angetreten, im August 2020 eröffnete die neue Dauer­ausstellung „Jüdische Geschichte und Gegenwart in Deutschland“, im Juni 2021 die Kinderwelt ANOHA, in der Kinder im Alter von drei bis zehn Jahren in die Geschichte der Arche Noah eintauchen. Beide bieten kostenfreien Eintritt.

Unter Hetty Bergs Leitung konzipierte das JMB große Wechsel­ausstellungen: 2021 Yael Bartana – Redemption Now, 2022 „Wir träumten von nichts als Aufklärung“ – Moses Mendels­sohn, 2023 Paris Magnétique. 1905–1940 und Ein anderes Land. Jüdisch in der DDR, die erste große Ausstellung über jüdische Erfahrungen in der DDR. In diesem Jahr eröffnen noch Sex. Jüdische Positionen und Access Kafka. Für 2025 ist eine große Ausstellung zu jüdischen Handwerk­erinnen und Designer­innen des 20. Jahr­hunderts geplant.

Hetty Berg hat die Räume der Eric F. Ross Galerie im Erd­geschoß des Libeskind-Baus aufgewertet. Hier laufen nun regelmäßig inter­national beachtete Wechsel­ausstellungen zu Beständen aus den Sammlungen: 2021 eröffnete Frédéric Brenner – ZERHEILT, 2022 Etgar Keret – Inside Out, seit Februar 2024 ist „Mein Dichten ist wie Dynamit“. Curt Blochs Het Onderwater Cabaret zu sehen.

Neben den Ausstell­ungen hat für Hetty Berg die Bildungs- und Vermittlungs­arbeit einen besonders großen Stellen­wert: „Gerade in dieser konflikt­reichen Zeit müssen wir der Polarisierung entgegen­wirken und zum produktiven Umgang mit Vielfalt beitragen. Mit unseren thematischen Führungen und Workshops erreichen wir viele Jugendliche und Erwachsene vor Ort. Außerdem ist das Museum mit dem Projekt JMB on.tour deutschland­weit unterwegs und bringt eine mobile interaktive Ausstellung zu Schü­ler*innen in die Klassenräume. Die Schü­ler*innen setzten sich dabei aktiv mit der Vielfalt jüdischer Kultur, Religion, Geschichte und Gegenwart auseinander.“

Die 2001 gegründete Stiftung Jüdisches Museum Berlin wird vollständig aus dem Bundes­kulturhaushalt finanziert. Aber für viele Projekte des Museums sind Drittmittel erforderlich – etwa für die Erweiterung und die Digitalisierung der Sammlungen oder Bildungsprojekte. Auch hier engagiert sich Hetty Berg und setzt Akzente: „Seit 2022 forciert das JMB die digitale Trans­formation. Dieser Prozess beschäftigt das gesamte Team und alle Bereiche des Hauses. Die Digitalisierung der Sammlungen, der Ausbau unserer Social-Media-Kom­munikation und ein Innovations­schub für die Online-Angebote bilden das Herz unserer Digital­strategie. Ende des Jahres werden wir beispiels­weise den soge­nannten digitalen Werkraum launchen, in dem wir für Schü­ler*innen und Leh­rer*innen verschie­dene digitale Angebote bereitstellen, mit denen sie Lern­einheiten interaktiv gestalten können. Wir wollen das JMB als wichtigste Plattform aller Themen jüdischen Lebens im digitalen Raum etablieren und Teil der Lebens­realität jüngerer und kommender Genera­tionen sein.“

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