Ablauf und Inhalte eines on.tour-Tages

Organisatorische und inhaltliche Fragen für interessierte Schulen

Wenn wir mit on.tour Ihre Schule besuchen, passt sich das Programm dem Stundenplan Ihrer Schule an. Unser on.tour-Bus kommt vor der ersten Schulstunde an und fährt nach der sechsten wieder ab. Während der sechs Schulstunden bekommen fünf Klassen die Möglichkeit, entweder an einer Führung oder einem Workshop teilzunehmen. Führungen und Workshops laufen parallel ab.

Ablaufplan

Zeiten Workshops im Klassenraum Führungen durch die Ausstellung ab Klasse 5
1. Stunde 1. Workshop:
So einfach war das (ab 9. Kl.)
oder
Meine Seite(n) (ab 8. Kl.)
Aufbau der Ausstellung mithilfe von Schüler*innen;
1. Führung
2. Stunde
3. Stunde 2. Führung
4. Stunde 2. Workshop:
So einfach war das (ab 9. Kl.)
oder
Meine Seite(n) (ab 8. Kl.)
5. Stunde 3. Führung
6. Stunde

Abbau der Ausstellung mithilfe von Schüler*innen nach der 6. Stunde.

In den großen Pausen besteht ein Dialogangebot in der Ausstellung für alle Schüler*innen der Schule.

Führungen

Die interaktive Führung durch die mobile Ausstellung richtet sich an Schüler*innen ab Klasse 5 und dauert zwei Schulstunden (90 min). Sie findet bei gutem Wetter auf dem Schulhof und bei schlechtem Wetter im Schulgebäude statt.

Die mobile Ausstellung wird von drei Referent*innen betreut. Mit dem on.tour-Minibus fahren wir direkt auf den Schulhof und bauen dort vor dem Fahrzeug die Ausstellungsfläche auf. Wir benötigen dafür eine geeignete Fläche von insgesamt ca. 6 x 9 Meter. Sollte die Ausstellung innerhalb des Schulgebäudes aufgebaut werden, beträgt die Fläche dort ohne Fahrzeug ca. 6 x 6 Meter optimalerweise an einem für alle Schüler*innen gut zugänglichen Ort. So können sich in der Pause alle die Ausstellung ansehen.

Begleitet durch unsere Referent*innen können Schüler*innen die Ausstellung erkunden, auf den Würfeln sitzen, sie drehen und wenden und sich anhand von kurzen Texten Inhalte selbstständig erschließen. Nach der Erkundungsphase präsentieren sich die Schüler*innen das Erarbeitete gegenseitig. Das on.tour-Team begleitet sie dabei, ergänzt Wissenswertes zu den Objekten, beantwortet Fragen rund um das Thema und moderiert die Präsentation.

Pro Schulbesuch können drei Führungen mit jeweils einer Schulklasse (max. 30 Schüler*innen) stattfinden. Bitte wählen Sie je eine geeignete Klasse für die 1./2, 3./4. und 5./6. Unterrichtsstunde aus und benennen eine*n Ansprechpartner*in.

Kinder sind um und auf den mobilen Ausstellungswürfeln versammelt. Darin entdecken sie unterschiedlich große Nivea-Dosen.

Schüler*innen erkunden die Ausstellung;
Jüdisches Museum Berlin 2007, Foto: Sönke Tollkühn

Themen der Ausstellung

Die fünf roten Würfel enthalten ausgewählte Objekte aus dem Museum und zeigen neben Exponaten zu jüdischer Religion und Zeugnissen der Verfolgung auch alltägliche Gegenstände. Viele davon haben einen Bezug zur Lebenswelt der Jugendlichen. Alltagsgegenstände und religiöse Objekte geben Auskunft darüber, wie Religion und tägliches Leben miteinander verflochten sind. Exemplarisch werden jüdische Feste wie etwa das Pessachfest oder der jüdische Feiertag Schabbat dargestellt. Die Geschichten der Firma Julius Fromm oder des süddeutschen Landjuden Löb Strauss bieten einen historischen und biografischen Zugang.

Zwei Schüler betrachten zusammen mit dem Guide einen Austellungs-Würfel

Schüler lesen und vergleichen jüdische Vornamen von damals und heute;
Jüdisches Museum Berlin, Foto: Svea Pietschmann

Workshops

Parallel zu den Führungen finden Workshops mit zwei Klassen (max. 30 Schüler*innen) statt. Bitte wählen Sie je eine geeignete Klasse für die 1. bis 3. und für die 4. bis 6. Unterrichtsstunde aus, benennen das gewünschte Thema und eine*n Ansprechpartner*in. Bitte stellen Sie uns für die Workshops möglichst einen Klassenraum im Erdgeschoss zur Verfügung.

Ein Workshop über drei Schulstunden (135 min) beschäftigt sich wahlweise mit jüdischer Kindheit und Jugend nach 1945, geeignet ab Klasse 9, oder mit jüdischem Leben in Deutschland heute, geeignet ab Klasse 8.
Wir bringen alle Materialien mit, es sind keine weiteren Hilfsmittel erforderlich.

So einfach war das

Workshop zu jüdischer Kindheit und Jugend nach 1945

In diesem Workshop für die Klassenstufen 9 bis 13 setzen sich die Schüler*innen in Kleingruppen anhand von Audiogeschichten mit einzelnen Biografien auseinander.

Wie war das eigentlich – nach 1945 in Deutschland, Österreich und der Schweiz aufzuwachsen? Diese Frage haben wir 18 bekannten und unbekannten, gläubigen und weniger gläubigen Jüd*innen gestellt und daraus Audiogeschichten gemacht. Außerdem haben wir unsere Gesprächspartner*innen um ein Foto gebeten, das für ein prägendes Erlebnis aus ihren Kindheits- oder Jugendtagen steht.

Geschichten von damals für heute: Die Momentaufnahmen reichen von 1947 bis in die frühen 1990er-Jahre. Erinnert werden die widersprüchlichen Momente: Gefühle von Fremdheit und Zugehörigkeit, kleine Fluchten aus dem Alltag, Träume und Hoffnungen.

Zum Abschluss des Workshops diskutieren die Gruppen über ihre Ergebnisse und stellen einen Bezug zu ihren eigenen Erfahrungen her.

Ein Kind und ein Erwachsener stehen bei einem Gipfelkreuz.

Daniel Wildmann auf dem Pierre Avoi (Kanton Wallis), einer der Gesprächspartner*innen von »So einfach war das«;
Foto: Paul Wildmann

Meine Seite(n)

Workshop zu den Themen Identität, Herkunft, Glaube und Heimat

In diesem Workshop für die Klassenstufen 8 bis 13 setzen sich die Schüler*innen in Kleingruppen anhand von Videointerviews und medialen Anwendungen mit einzelnen Biografien auseinander.

In interaktiven Fotoalben auf Tablets stellen sich sechs jüdische Jugendliche bzw. junge Erwachsene aus Deutschland vor. Persönliche Videointerviews geben einen Einblick in ihr Leben sowie in ihren Alltag. Gleichzeitig zeigen sie die kulturelle Vielfalt jüdischen Lebens in Deutschland heute. Der Workshop widmet sich in diesem Zusammenhang den Themen Identität, Herkunft, Glaube und Heimat. Die Schüler*innen erhalten die Gelegenheit, sich selbst in Beziehung zu dem Gehörten und Gesehenen zu setzen und sich konkrete Fragen zu stellen: Wie prägt mich die Geschichte meiner Familie? – Woran glaube ich? – Was glauben eigentlich andere? – Wo gehöre ich dazu? – Was bedeutet Heimat für mich?

Zum Abschluss wird gemeinsam über die Themen und Inhalte des Workshops diskutiert und die Schüler*innen stellen einen Bezug zu eigenen Erfahrungen her.

Kinder mit Tablets

Schüler*innen entdecken im Workshop »Meine Seite(n)« die Lebenswelten jüdischer Teenager;
Jüdisches Museum Berlin, Foto: Cornelius M. Braun