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Visualisierung einer Tonspur als Waveform (blassrote Amplituden auf schwarzem Hintergrund).

Der Klang der Geschichte

Claude Lanzmanns Vorbereitung auf den Film Shoah – Konferenz

Die Konferenz Der Klang der Geschichte. Claude Lanzmanns Vorbereitung auf Shoah versammelt internationale Forscher*innen aus den Kultur- und Geisteswissenschaften, um diese bislang unbekannten historischen Zeugnisse aus unterschiedlichen Perspektiven und im Dialog der Disziplinen erstmals zu befragen. Über zwei Tage hinweg werden Lanzmanns Filmprojekt, die nicht gefilmten Protagonist*innen, die Recherchen zu Polen und Litauen, die Überschneidungen und Abgrenzungen von Film und Tonaufnahmen sowie die Gespräche mit den NS-Tätern thematisiert.

Mo, 9. Feb, 9–21 Uhr+ Di, 10. Feb 2026, 9:30–17:15 Uhr

Wo

Französische Botschaft in Deutschland
Pariser Platz 5, 10117 Berlin

Mit dem Film Shoah legte der französische Regisseur Claude Lanzmann eine bis heute wegweisende Darstellung des von den Nazis verübten Völkermords an sechs Millionen Jüdinnen und Juden vor. Das neuneinhalbstündige Werk stand am Ende eines 12-jährigen Entstehungsprozesses. Während dieser Zeit reisten Lanzmann und sein Team nach Israel, Polen, Großbritannien und Italien, in die Tschechoslowakei, die USA, die Schweiz und die BRD und führten hunderte Vorgespräche, die vielfach auf Tonband aufgezeichnet wurden. Diese bisher unbekannten Audiomitschnitte vermitteln, mit wie vielen unterschiedlichen Aspekten der Schoa sich der Regisseur beschäftigte, bevor die Vernichtung als Kernthema seines Werks feststand. Gleichzeitig ermöglichen sie einen Einblick in das Erinnern drei Jahrzehnte nach Kriegsende. 

Die 152 erhaltenen Magnettonkasseten bilden seit 2022 die Sammlung Lanzmann im Jüdischen Museum Berlin und umfassen etwa 220 Stunden Tonaufzeichnungen in acht Sprachen. Seit 2023 ist dieser Bestand zusammen mit dem Film Shoah in das Register des UNESCO-Weltdokumentenerbes eingetragen.

Audiokassette aus dem Bestand der Sammlung Lanzmann; Jüdisches Museum Berlin, Inv.-Nr. 2021/153/94, Schenkung der Association Claude et Felix Lanzmann

Informationen zur öffentlichen Abendveranstaltung mit Claude Lanzmanns Mitarbeiterinnen Corinna Coulmas und Irena Steinfeldt-Levy, die im Rahmen der Konferenz am 9. Februar 2026 stattfindet, finden Sie auf der Veranstaltungsseite Das Making-of von Claude Lanzmanns Film „Shoah“.

Anmeldung

Die Konferenz ist bereits ausgebucht! Ihre Anmeldung wird auf einer Warteliste registriert. Die Veranstaltung in der Französischen Botschaft erfordert höhere Sicherheitsmaßnamen, deshalb sind erweiterte Angaben erforderlich. Bitte melden Sie sich unter folgender Adresse an rsvp@jmberlin.de. Für Ihre Anmeldung benötigen wir Vornamen, Nachnamen, Geburtsdatum und Geburtsort. Mit der Anmeldung stimmen Sie der Speicherung und Weitergabe Ihrer Daten an die Französische Botschaft zu. Die Daten werden nur zum Zweck der Veranstaltungsorganisation erhoben und genutzt. 

Konferenzprogramm, 9. und 10. Februar 2026

Download (PDF / 1.41 MB / auf Deutsch / nicht barrierefrei)

Programm

Mo, 9. Feb 2026

9 Uhr

Empfang

9:30 Uhr

Begrüßung

S.E. François Delattre, Französische Botschaft
Hetty Berg, Direktorin Jüdisches Museum Berlin
Dominique Lanzmann, Vorsitzende der Claude und Felix Lanzmann Association (A.C.F.L.)
Susanne Zepp-Zwirner, Permanent Fellow Selma Stern Zentrum für Jüdische Studien Berlin-Brandenburg, Universität Duisburg-Essen

Begrüßung

Tamar Lewinsky, Kuratorin für audiovisuelle Medien am Jüdischen Museum Berlin

10 Uhr

PANEL I
Eine Untersuchung über die Schoa: Die Recherchen

Kommentar: Michael Levine (New Brunswick)
Moderation: Irmela von der Lühe (Berlin)

Jennifer Cazenave (Boston)
I Can Only Bring That Little Pebble, Claude” – Maria Bobrow and the Making of Shoah

Nicolas Berg (Leipzig)
Nobody could expect it” – Claude Lanzmann im Gespräch mit dem Historiker Yitzhak Arad

11:30–15 Uhr

Pause

15 Uhr

PANEL II
Ungehörte Stimmen: Die nicht gefilmten Protagonist*innen

Kommentar: Marc Sagnol (Paris)
Moderation: Lutz Fiedler (Berlin)

Dagi Knellessen (Berlin)
It‘s really against my feelings.”  – Ilana Safrans Absage an Claude Lanzmann

Sonja Göthel Knopp (Berlin)
Peng, peng! This shooting, ne?”  – Lanzmanns Begegnung mit Hermann Friedrich Graebe und die Herausforderungen prekärer Zeugenschaft

16:30 Uhr

Kaffeepause

16:45–18:15 Uhr

PANEL III
Hinter geschlossenen Türen: Die Täter

Kommentar: Annette Weinke (Jena)
Moderation: Anika Reichwald (Berlin)

Axel Doßmann (Berlin)
Ist es unhöflich [...], wenn ich Sie frage, was Sie für ein Landsmann sind?“ – Deutsche Ehre, Husten und Lachen des SS-Generals Karl Wolff 

Stefanie Rauch (London)
Wir waren keineswegs erfreut darüber, dass da ein Konzentrationslager war“ – Kurt Eisfeld und Wilhelm Biedenkopf zur Standortsuche der I.G. Farben in Auschwitz

19:30–21 Uhr

Abendveranstaltung — Das Making-of von Claude Lanzmanns Film Shoah

Moderation: Daniel Wildmann (Berlin)

Gespräch mit Corinna Coulmas und Irena Steinfeldt-Levy

Di, 10. Feb  2026

9:30 Uhr

PANEL IV
Verworfene Ideen: Die nicht veröffentlichten Themen

Kommentar: Jan Gerber (Leipzig)
Moderation: Elisabeth Gallas (Leipzig)

Christoph Dieckmann (Frankfurt am Main)
Anoushka Freiman im Interview mit Claude Lanzmann, evtl. 1975

Klaus Hoffmann-Holland & Susanne Zepp-Zwirner
(Berlin/Duisburg-Essen)
Hier ist kein Warum.” – Claude Lanzmann im Gespräch mit Gerhart Riegner

11:00 Uhr

Kaffeepause

11:15 Uhr

PANEL V
Erkundungen vor Ort: Die erste Polenreise

Kommentar: Ania Szczepanska (Paris)
Moderation: Kerstin Schoor (Frankfurt/Oder)

Roma Sendyka (Krakau)
Bystanders’ testimonies: from ‘false witnessing’ (Felman, Kantarowski) to ‘co-witnessing’ (Głowacka, Piwoński)

Dariusz Stola (Warschau)
Comments on the Recording of Claude Lanzmann’s Conversation with Henryk Woliński

12:45–14:15 Uhr

Mittagspause

14:15 Uhr

PANEL VI
Überschneidungen und Unterschiede: Audio und Film

Kommentar: Gertrud Koch (Berlin)
Moderation: Christina von Braun (Berlin)

Tobias Ebbrecht-Hartmann (Jerusalem)
Worse than Hitler” – Claude Lanzmann im Gespräch mit Hillel Kook (Peter Bergson) über jüdischen Aktivismus und umstrittene Erinnerung 

Christoph Hesse (Berlin)
« Et les cadavres sont tombés sur la route » – Claude Lanzmann im Gespräch mit Leon Kantarowski, einem polnischen Augenzeugen der Vernichtung (Chełmno, 1978)

15:45 Uhr

Schlusskommentar und Abschlussdiskussion

Kommentar: Kurt Grünberg (Frankfurt am Main)
Moderation: Susanne Zepp-Zwirner (Duisburg-Essen)

17:15 Uhr

Ende

Eine Konferenz des Jüdischen Museums Berlin in Kooperation mit der Französischen Botschaft Berlin und dem Selma Stern Zentrum für Jüdische Studien Berlin-Brandenburg.

Logo der französischen Botschaft mit der Aufschrift: Ambassade de France en Allemagne. Liberté, Égalité, Fraternité. Logo des Selma Stern Zentrums

Mit freundlicher Unterstützung der Humboldt-Universität zu Berlin und der Universität Duisburg-Essen.

Wir danken der Alfred Landecker Foundation und dem Auswärtigen Amt für die großzügige Förderung der Erschließung und Vermittlung der Sammlung Lanzmann.

Visualisierung einer Tonspur als Waveform (blassrote Amplituden auf schwarzem Hintergrund).

Alle Angebote zur Ausstellung Claude Lanzmann. Die Aufzeichnungen

Über die Ausstellung

Claude Lanzmann. Die Aufzeichnungen – 28. Nov 2025 bis 12. Apr 2026

Begleitprogramm & Führungen

Ausstellungseröffnung, öffentliche Führungen, Screenings, JMB Buchclub und weitere Veranstaltungen zur Ausstellung – alle Termine im Kalender

Konferenz

Angebote für Gruppen

Siehe auch

Was, wann, wo?

  • WannMo, 9. Feb, 9–21 Uhr+ Di, 10. Feb 2026, 9:30–17:15 Uhr
  • Dauer2 Tage
  • Wo Französische Botschaft in Deutschland
    Pariser Platz 5, 10117 Berlin
    Zum Lageplan
  • Eintritt

    frei

  • Sprache Die Konferenzsprache ist Deutsch, einzelne Vorträge werden auf Englisch gehalten. Vor Ort gibt es keine Simultanübersetzung.

    Hinweise Diese Veranstaltung findet nicht im Jüdischen Museum Berlin statt. Veranstaltungsort ist die Französische Botschaft in Berlin.

    Die Teilnehmenden der Konferenz sind herzlich eingeladen, an der anschließenden Abendveranstaltung teilzunehmen. Wenn Sie nicht für die Konferenz angemeldet sind, reservieren Sie bitte Ihren Platz für die Abendveranstaltung separat auf unserer Website.

    Anmeldung Die Veranstaltung in der Französischen Botschaft erfordert höhere Sicherheitsmaßnamen, deshalb sind erweiterte Angaben erforderlich. Bitte melden Sie sich für die Warteliste unter folgender Adresse an rsvp@jmberlin.de. Für Ihre Anmeldung benötigen wir Vornamen, Nachnamen, Geburtsdatum und Geburtsort. Mit der Anmeldung stimmen Sie der Speicherung und Weitergabe Ihrer Daten an die Französische Botschaft zu. Die Daten werden nur zum Zweck der Veranstaltungsorganisation erhoben und genutzt. 

    HinweisDie Veranstaltung ist bereits ausgebucht! Ihre Anmeldung wird auf der Warteliste registriert.

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