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Ab Samstag, 14. März 2020 bleibt das Jüdische Museum Berlin bis auf Weiteres für Besucher*innen geschlossen, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. Wir bitten um Ihr Verständnis.

Der barocke Altbau

Mehr als nur Eingangsbereich zum Libeskind-Bau

Das ehemalige Kollegien­haus ist das letzte erhaltene Barock­palais in der historischen Friedrich­stadt. Heute befindet sich dort der Eingang zum Jüdischen Museum Berlin. Neben Einrichtungen wie Kasse, Garderobe und Besucher*innen­information beherbergt der Altbau die Sonderausstellungs­flächen des Museums, Veranstaltungs­räume, den Museums­shop und das Museums­café.

Ort

Altbau
Lindenstraße 9–14, 10969 Berlin

Vom Sitz der königlichen Justizverwaltung zum Berlin Museum

Das 1735 erbaute Palais diente zuerst als Kollegienhaus der königlichen Justizverwaltung. Einige Räume belegte das Kammergericht für die Kurmark Brandenburg, das ab 1879 das gesamte Gebäude übernahm. Es war das erste große Verwaltungsgebäude, das unter der Herrschaft Friedrich Wilhelms I. entstand. Entworfen hat es Philipp Gerlach, der auch als Architekt der Potsdamer Garnisonskirche bekannt ist.

Im 19. Jahrhundert wurde das Kollegienhaus durch Anbauten erweitert und die Innenräume zum ersten Mal umgestaltet. 1913 bezog das Kammergericht ein neues, größeres Gebäude am Kleistpark in Schöneberg. Stattdessen nutzte nun das Evangelische Konsistorium Berlin das ehemalige Kollegienhaus. Nachdem das Gebäude im Zweiten Weltkrieg weitgehend zerstört worden war, wurde die ursprüngliche Anlage zwischen 1963 und 1969 unter Leitung des Architekten Günter Hönow wieder aufgebaut, um zunächst das stadtgeschichtliche Berlin Museum zu beherbergen. Dreißig Jahre später, im Jahr 1993, begann der dritte Umbau des Hauses, diesmal durch Daniel Libeskind.

Das Kammergericht

Das 1468 erstmals urkundlich erwähnte Kammer­gericht ist das höchste Berliner Gericht der ordentlichen Gerichts­barkeit und Oberlandes­gericht des Landes Berlin.
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Friedrich Wilhelm I. (Preußen)

Friedrich Wilhelm I. (1688–1740) war von 1713 bis zu seinem Tod König in Preußen und Markgraf von Brandenburg.
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Johann Philipp Gerlach

Der preußische Architekt (1679–1748) gestaltete neben dem Kollegien­haus u. a. das Kronprinzen­palais in Berlin.
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Blick auf den barocken Altbau mit Daniel Libeskinds Glashof vom Museumsgarten aus; Jüdisches Museum Berlin, Foto: Jens Ziehe

Barocke Architektur mit dekonstruktivistischem Glashof

Die zweigeschossige Dreiflügelanlage umschließt einen quadratischen Hof, der 2007 eine von Libeskind entworfene Glasüberdachung, den sogenannten Glashof, erhielt. Die Hauptfassade des Altbaus gliedert sich durch einen Mittelrisalit. Der Dreiecksgiebel über dem Portal zeigt das preußische Staatswappen und die allegorischen Figuren der Weisheit und der Gerechtigkeit – bis heute ein Verweis auf die ursprüngliche Funktion des Gebäudes als Sitz der Justiz.

Durch dieses Hauptportal betreten heute alle Besucher*innen das Jüdische Museum Berlin. Mit dem benachbarten Libeskind-Bau ist das barocke Gebäude nur unterirdisch über eine schwarze Schiefertreppe verbunden.

Literatur zum ehemaligen Kollegienhaus

  • Bekiers, Andreas, Baugeschichte des Berlin Museums, in: Jahrbuch Stiftung Stadtmuseum Berlin, Band 5 (1999), S. 52–85.
  • Wassermann, Rudolf, »Kammergericht soll bleiben«. Ein Gang durch die Geschichte des berühmesten deutschen Gerichts (1468–1945), Berlin 2004.

Günter Hönow

Günter Hönow (1923–2001) war ein deutscher Architekt der Nachkriegsmoderne. Er lehrte an der Hochschule der Künste (heute Universität der Künste) und war Mitglied des Deutschen Werkbundes.
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Berlin Museum

Das stadt- und kulturgeschichtliche Museum existierte von 1962 bis 1995 und war im Kollegienhaus in der Lindenstraße 14 untergebracht, das heute zum Jüdischen Museum Berlin gehört.
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Unsere Gebäude: Barock und Daniel Libeskind (6)

Barock und Daniel Libeskind

Die Architektur des Jüdischen Museums Berlin ist stark von Daniel Libeskind geprägt: Von ihm stammt nicht nur der Entwurf des Museums­gebäudes, auch die W. Michael Blumenthal Akademie und den Glashof hat der US-amerikanische Architekt gestaltet. Zum Gebäude­ensemble gehören aber auch ein Barock­palais sowie eine denkmal­geschützte Garten­anlage aus den 1980er-Jahren.

Der Libeskind-Bau

Ein Zick-Zack-Bau aus Titanzink, unterirdische Achsen, schiefe Wände: Daniel Libeskind wollte mit seinem Entwurf Between the Lines nicht nur ein Museum bauen, sondern deutsch-jüdische Geschichte erzählen.

Der Altbau

Das ehemalige Kollegien­gebäude ist das letzte erhaltene Barock­gebäude in der historischen Friedrich­stadt. Der ehemalige Sitz der königlichen Justiz­verwaltung ist heute Eingangs­bereich zum Museum mit Ausstellungs­flächen im Obergeschoss.

Die W. Michael Blumenthal Akademie

Nach dem Entwurf Zwischen­räume von Daniel Libeskind wurde eine frühere Blumen­großmarkt­halle umgebaut. Mit drei Kuben knüpft die Formen­sprache an die übrige Museums­architektur an.

Der Glashof

Der Glashof enstand nach dem Entwurf Sukka (hebräisch für Laubhütte) von Daniel Libeskind und überdacht mit einer Konstruktion aus Glas und Stahl den Innenhof des barocken Altbaus.

Der Garten der Diaspora

Der Garten der Diaspora liegt im Inneren der W. Michael Blumenthal Akademie. Auf vier scheinbar schwebenden Plateaus wachsen Pflanzen mit einem Bezug zu jüdischem Leben oder einer eigenen Geschichte der Zerstreuung.

Unsere Museumsgärten

Hinter dem Altbau und rund um den Libeskind-Bau ergänzen zwei Gartenanlagen das Gebäudeensemble und bieten unseren Besucher*innen einen Ort für Ruhepausen vor und nach dem Museumsbesuch.