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JMB eröffnet Jubiläumsausstellung

Das Gegenteil von Jetzt. Künstlerische Wege in eine andere Gegenwart

Pressemitteilung vom Do, 3. Sep 2026

Das Jüdische Museum Berlin (JMB) zeigt vom 4. September an die Jubiläumsausstellung Das Gegenteil von Jetzt. Künstlerische Wege in eine andere Gegenwart. Sie geht vom Heute aus, von einer Situation, die oft als bedrückend und ausweglos wahrgenommen wird. In dieser Lage regen zwölf künstlerische Projekte dazu an, dem Status quo andere Vorstellungen entgegenzusetzen: geschichtlich überlieferte, neue und eigene. Das Publikum ist eingeladen, die eigene Vorstellungskraft zu erkunden, ihre Grenzen und Beschädigungen wahrzunehmen, ihr verschüttetes Potenzial wachzurufen.

Kontakt

Dr. Margret Karsch
Pressesprecherin
T +49 (0)30 259 93 419
presse@jmberlin.de

Melanie Franke
Pressereferentin
T +49 (0)30 25 993 340
presse@jmberlin.de

Postadresse

Stiftung Jüdisches Museum Berlin 
Lindenstraße 9–14 
10969 Berlin

Die Ausstellung bildet einen Höhepunkt des Jubiläumsprogramms. Die gezeigten Kunstprojekte wurden eigens für Das Gegenteil von Jetzt entwickelt – von Yael Bartana, Andrea Büttner, Chto Delat International, Arnold Dreyblatt, William Forsythe, Dana Kavelina, Alexander Kluge, Daniel Laufer, Ari Benjamin Meyers, Alona Rodeh, Eran Schaerf und Dor Zlekha Levy. Das Museum hat allen Künstler*innen vorab ein Radiogespräch von 1964 an die Hand gegeben, in dem Ernst Bloch und Theodor W. Adorno Möglichkeiten der Utopie heute diskutierten. Die Philosophen jüdischer Abstammung hatten vor der Verfolgung durch die Nationalsozialisten aus Deutschland fliehen müssen. Einig sind sich die beiden darüber, dass sich das Bestehende im Ganzen ändern müsste. Das Bessere lässt sich nicht im Detail „auspinseln“, aber das Gespür für die Richtung, in der es zu finden wäre, lässt sich schulen.

Diesen Bezug auf das Ganze greift Das Gegenteil von Jetzt auf. Die Arbeiten fragen nach grundsätzlicher Erneuerung als subjektiver Erfahrung und kollektivem Ziel. Andrea Büttner, Arnold Dreyblatt, Alexander Kluge, Daniel Laufer und Alona Rodeh knüpfen an messianische Überlieferungen an, an Konzepte von Umkehr, Hoffnung und Erlösung, die sich in der jüdischen Geschichte immer wieder mit erfahrener Not und Verfolgung verschränkt haben. Ari Benjamin Meyers erinnert daran, dass Erneuerung jederzeit möglich ist: Die Sänger*innen seines Chors der Zeitastronauten sind über 90 Jahre alt. Sie werden in den Räumen der Ausstellung immer weiter proben, immer wieder neu ansetzen. Die Ukrainerin Dana Kavelina, die russische Exilkünstler*innengruppe Chto Delat International, die Israelis Dor Zlekha Levy und Yael Bartana reflektieren die Funktion utopischen Denkens in einer aktuellen Krisenlage. Eran Schaerf erinnert an die Autorin Jacqueline Kahanoff und ihr Modell des Levantinismus: ein am östlichen Rand des Mittelmeers verankertes, aber vergessenes Nebeneinander von Mehr- und Minderheiten, das sich an jedem Ort anders zusammensetzt. William Forsythes choreografische Anweisungen schließlich demonstrieren, dass der Bruch mit bestehenden Mustern zutiefst verunsichert, vielleicht auch scheitert, und dennoch von jedem vollzogen werden kann.

Hetty Berg, die Direktorin des JMB, sagt: „Unsere Ausstellung setzt ein deutliches Zeichen für die Relevanz künstlerischer Interventionen in gesellschaftlichen Debatten. Das JMB feiert sein 25-jähriges Bestehen als Ort der Reflexion und des Dialogs. Die Perspektive der jüdischen Minderheit, die im Lauf ihrer Geschichte vielen unerträglichen Gegenwarten standhalten musste, ist einer der Ausgangspunkte der Ausstellung. Das Gegenteil von Jetzt fragt nach einer Umkehr, einem Gegenteil, einem besseren Leben für alle.“

Eröffnet wird die Ausstellung heute Abend mit einem Grußwort von Wolfram Weimer, Staatsminister für Kultur und Medien. Anlässlich des 25-jährigen Bestehens des JMB sagte Staatsminister Weimer vorab: „Das Jüdische Museum Berlin ist seit seiner Gründung eine der wichtigsten kulturellen Institutionen unseres Landes: ein Ort des Dialogs, der Begegnung und der Bildung. Ein Ort, der die Mitte immer wieder neu auslotet und an dem sichtbar wird, dass Freiheit und Verschiedenheit keine Provokation sind, sondern das Fundament einer offenen Gesellschaft. Was für ein Glück also, dass es dieses Haus seit nunmehr 25 Jahren gibt. Mit seiner Arbeit trägt es ganz entschieden dazu bei, dass unser gemeinsames Projekt eines friedlichen, freien Landes gelingen kann.“

Die Realisierung der Ausstellung wird maßgeblich ermöglicht durch die Förderung des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) sowie der FREUNDE DES JMB. Weitere Unterstützung erhält das Projekt durch die Aventis Foundation, die Berliner Sparkasse und die Stiftung am Grunewald sowie von Artis.

Der zweisprachige Katalog zur Ausstellung (Deutsch/Englisch) erscheint im Hirmer Verlag (280 Seiten, Museumspreis: 39,90 Euro, im Buchhandel: 45 Euro). Mit Beiträgen von: Inke Arns, Hetty Berg, Diedrich Diederichsen, Sergio Edelsztein, Julia Friedrich, Shelley Harten, Mario Kramer, Yael Kupferberg, Elad Lapidot, Christoph Menke, David Riff, Benjamin Seroussi, Maayan Sheleff, Tal Sterngast, Joseph Vogl und Cécile Wajsbrot.

Julia Friedrich, Ausstellungs- und Sammlungsdirektorin des JMB, und Shelley Harten, Kuratorin für Kunst am JMB, haben die Ausstellung gemeinsam kuratiert.

Pressemappe zur Ausstellung Das Gegenteil von Jetzt

Download (PDF / 7.86 MB / auf Deutsch / nicht barrierefrei)
Orange Farbfläche in deren Mitte ein gelber ausstrahlender Punkt ist, der an einen Sonnenaufgang erinnert.

Alle Angebote zur Ausstellung Das Gegenteil von Jetzt. Künstlerische Wege in eine andere Gegenwart

Über die Ausstellung

Begleitprogramm & Führungen

Publikationen

Katalog zur Ausstellung – zweisprachig Deutsch/Englisch, Sep 2026

Digitale Angebote

M.O.O.N. – My Opposite of Now – finde dein Gegenteil von Jetzt mit der KI-Anwendung aus der Ausstellung, auch online verfügbar!

Siehe auch

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