Direkt zum Inhalt

Derzeit ist das Jüdische Museum Berlin aufgrund der Corona-Beschränkungen geschlossen.

Vorschau auf die Eröffnungen und Ausstellungen 2021

Pressemitteilung vom Di, 23. Feb 2021

Der Besuch der Dauer­ausstellung des Jüdischen Museums Berlin (JMB) ist ab 2021 kostenfrei: Der freie Eintritt gilt für alle Besucher, sobald das Museum nach der pandemie­bedingten Schließung wieder öffnet. Auch die Kinderwelt ANOHA, die voraussichtlich im Juni 2021 eröffnet, wird kostenlos zugänglich sein. Der Deutsche Bundestag stellte dem JMB auf Initiative von Kulturstaats­ministerin Prof. Monika Grütters im November 2020 die Mittel für die ab 2021 entfallenden Eintritts­gelder bereit.

„Wir freuen uns über den Bundestags­beschluss zum freien Eintritt: Er bekräftigt unser Anliegen, ein offener Ort für Begegnungen und Debatten zu sein. Gerade in Zeiten eines erstarkenden Anti­semitismus hat das Jüdische Museum Berlin eine besondere Verantwortung. Der freie Eintritt ist ein starker Impuls für gesell­schaftliche Inklusion und ermöglicht uns, eine noch größere Vielfalt von Besuchern zu erreichen“, sagt Hetty Berg, Direktorin des JMB.
Der Eintritt für Wechsel­ausstellungen bleibt für Besucher ab 18 Jahren kosten­pflichtig, ebenso Führungen, Workshops, ausgewählte Veranstaltungen und weitere Angebote.

Kontakt

Pressestelle
T +49 (0)30 259 93 419
F +49 (0)30 259 93 400
presse@jmberlin.de

Postadresse

Stiftung Jüdisches Museum Berlin
Lindenstraße 9–14
10969 Berlin

Ausstellungsprogramm 2021

Die Dauer­ausstellung wie auch die Wechsel­ausstellungen des JMB stehen im Zeichen der Jubiläen, die wir in diesem Jahr feiern: 1700 Jahre Jüdisches Leben in Deutschland, 350 Jahre Jüdische Gemeinde zu Berlin und 20 Jahre Jüdisches Museum Berlin!

Ab dem 26. April 2021 ist mit Redemption Now die erste umfassende Werkschau der Video­künstlerin Yael Bartana in Deutschland zu sehen: Zur Ausstellung gehört die in Berlin entstandene Auftrags­arbeit „Malka Germania“, die über Juden, Deutschland und die kollektive Sehnsucht nach Erlösung reflektiert.

Das Werk ZERHEILT des Fotografen Frédéric Brenner zeigt jüdisches Leben in Berlin heute. Ab dem 3. September 2021 präsentiert das JMB eine Serie fotografischer Begegnungen, in denen sich die Vielfalt, aber auch die Wider­sprüche und Disso­nanzen vor der Projektions­fläche Berlin offenbaren.

Und hier schon ein Ausblick auf das Jahr 2022: Ab Anfang des Jahres wird der Aufklärer Moses Mendelssohn (1729–1786) im Zentrum stehen: Die Ausstellung Wir träumten von nichts als Aufklärung (Arbeitstitel) präsentiert die Epoche Mendelssohns als eine Zeit der Umbrüche und Aufbrüche. Aus dem Blickwinkel der Gegenwart zeigt sie Moses Mendelssohn, den „Juden von Berlin“ – wie ihn Verehrer nannten –, als faszinierende Integrations­gestalt.

Alle Eröffnungen und Ausstellungen 2021 im Überblick

Die Dauer­ausstellung im Jüdischen Museum Berlin: Jüdische Geschichte und Gegenwart in Deutschland
(Aufgrund der Corona-Beschrän­kungen derzeit geschlossen)

Im August 2020 hat das Jüdische Museum Berlin eine neue Dauer­ausstellung im Libeskind-Bau eröffnet. Auf 3500 Quadratmetern präsentiert sie die 1700-jährige Geschichte der Juden in Deutschland mit neuen Schwer­punkten und neuer Szenografie.
Die Ausstellung Jüdische Geschichte und Gegenwart erzählt die Geschichte der Juden in Deutschland vom Mittelalter bis heute. Jüdische Gemein­schaften waren stets eng mit ihrer Umgebung verflochten. Zugehörigkeit und Aus­grenzung thematisiert die Ausstellung in ihren unterschiedlichen historischen Aus­prägungen, von nachbarschaftlichem Zusammen­leben bis zur Gewalt.
Ein Schwerpunkt liegt auf der Geschichte nach 1945: Diese reicht vom Umgang mit der Zäsur des Holocaust über den Neubeginn jüdischen Lebens in der Bundesrepublik und der DDR bis hin zur Migrations­gesellschaft im heutigen Deutschland.
Was zeichnet die jüdische Gemeinschaft aus? Welche Perspektiven hat sie auf politische, gesellschaftliche und kulturelle Phänomene ihrer Zeit? Und wie definiert sie sich heute? Die Ausstellung lässt eine Vielzahl jüdischer Stimmen zu Wort kommen, die unterschiedliche und teils wider­sprüchliche Sichtweisen auf die historischen Heraus­forderungen zeigen.
Unterstützt durch die Freunde des Jüdischen Museums Berlin und die U.S. Friends of the Jewish Museum Berlin.

Ort Libeskind-Bau
Öffnungszeiten täglich 10–19 Uhr
Eintritt frei
Mehr Informationen www.jmberlin.de/dauerausstellung

ANOHA – Die Kinderwelt des Jüdischen Museums Berlin
Eröffnung: Juni 2021

Voraussichtlich im Juni 2021 eröffnet das Jüdische Museum Berlin endlich die Kinderwelt ANOHA – ein neuer Ort zum Entdecken, Ausprobieren und Spielen für Kinder im Kita- und Grundschulalter. Das Kinder­museum ist innerhalb der ehemaligen Blumengroß­markthalle gegenüber dem Hauptgebäude neu erbaut worden und umfasst rund 2700 Quadratmeter.
ANOHA nimmt die Erzählung der Arche Noah aus der Tora als Startpunkt zu einer Reise in die Zukunft. Im Zentrum der Kinderwelt stehen eine riesige Arche aus Holz, 150 verschiedene Tiere – und die Kinder selbst. Sie sind eingeladen, an Bord zu gehen und mit ihrer Fantasie die Geschichte der Arche Noah neu lebendig werden zu lassen.
Wie wollen wir gemeinsam auf dieser Erde leben? Wie kann ein respektvolles Miteinander von Mensch, Tier und Natur gelingen? ANOHA ermutigt Kinder, eigene Visionen zu entwickeln – inspiriert vom jüdischen Konzept des Tikkun Olam, das jeden Einzelnen auffordert, die Welt ein Stück besser zu machen.
ANOHA ist in Zusammen­arbeit mit dem Architektur- und Ausstellungs­büro Olson Kundig aus Seattle entstanden.
Wir danken den folgenden Unterstützer­innen und Unterstützern für ihren Beitrag:
Deutsche Bank Stiftung, Siemens AG, Daimler AG, Berthold Leibinger Stiftung, Die Freunde des Jüdischen Museums Berlin, U.S. Friends of the Jewish Museum Berlin, Michael Otto Stiftung, Heinz und Heide Dürr Stiftung, Klaus und Kirsten Mangold, Deutsche Bahn AG, Arend und Brigitte Oetker, Familie Jörg A. Henle, BMW Group, Bank of America, Robert Bosch GmbH.

Ort Fromet-und-Moses-Mendelssohn-Platz 1, 10969 Berlin
Öffnungszeiten dienstags bis freitags: 9–13 Uhr (nur für Kita- und Schulgruppen), samstags und sonntags sowie an Berliner Feiertagen: 10:30–16 Uhr (für Familien)
Eintritt frei
Mehr Informationen anoha.de/

Yael Bartana – Redemption Now
Laufzeit: 26. Apr–10. Okt 2021

Ab dem 26. April 2021 zeigt das Jüdische Museum Berlin (JMB) Yael Bartana – Redemption Now. Die erste umfassende Werkschau der Video­künstlerin Yael Bartana untersucht das erlösende Potenzial der Kunst und unserer Vorstellungs­kraft. Seit über zwanzig Jahren erforscht Bartana die großen historischen Erzählungen, die dazu beitragen, nationale und andere kollektive Identitäten zu formen. Die Ausstellung vereint über 50 frühe und neuere Arbeiten, darunter Videoarbeiten, Fotografien und Lichtskulpturen. Die Ausstellung folgt einem eschatologischen Topos und zugleich dessen Dekonstruktion – also der immer wieder­kehrenden Idee, dass eine Heilsgestalt Erlösung bringen kann. Kernstück der Ausstellung ist die Auftragsarbeit „Malka Germania“ (hebräisch für „Königin Germania“), die Bartana eigens für das JMB konzipiert und in Berlin an geschichts­trächtigen Orten filmisch umgesetzt hat. Die Ankunft einer androgynen Heilsgestalt in der deutschen Hauptstadt ruft Szenen aus einem imaginierten gemeinsamen Unbewussten hervor: Vergangenheit und Zukunft fallen in einer alternativen Gegenwart zusammen.
Yael Bartanas Arbeiten werden weltweit ausgestellt und sind Teil inter­nationaler Sammlungen. In ihrem Werk erkundet die Künstlerin die Bildsprachen von Identität und Gedenkpolitik, Nationen und sozialen Bewegungen.
Die Videoinstallation „Malka Germania“ wurde als Auftragsarbeit ausgeführt und ermöglicht durch die Freunde des Jüdischen Museums Berlin und mit freundlicher Unterstützung des Mondriaan Fonds. Die Ausstellung wird gefördert durch den Hauptstadt­kulturfonds.

Laufzeit 26. Apr–10. Okt 2021
Ort Altbau, 1. OG
Öffnungszeiten täglich 10–19 Uhr
Eintritt regulär 8 €, ermäßigt 3 €. Freien Eintritt haben Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren
Mehr Informationen www.jmberlin.de/redemption-now

DAGESH-Kunstpreis 2021: Wehrhafte Kunst
Laufzeit: ab 21. Mai 2021

2021 vergeben das Jüdische Museum Berlin und DAGESH – Jüdische Kunst im Kontext zum zweiten Mal den DAGESH-Kunstpreis. Junge Künstler­innen und Künstler oder Künstler­gruppen konnten sich mit Werken bewerben, die sich mit jüdischen Gegenwartspositionen und -erfahrungen sowie mit Fragen zur Gestaltung eines gesellschaftlichen Wandels auseinander­setzen. Der DAGESH Kunstpreis 2021 wird im Rahmen des Festivals „TRANSITIONS. Jüdische Gegenwartskünste“ im JMB verliehen. Das ausgezeichnete Kunstwerk wird ab Mai 2021 zwei Monate lang im JMB ausgestellt.
Der DAGESH-Kunstpreis wird von den Freunden des Jüdischen Museums Berlin gestiftet und auch die Ausstellung des ausgezeichneten Kunstwerks wird durch den Freundeskreis ermöglicht.

Laufzeit ab 21. Mai 2021
Öffnungszeiten täglich 10–19 Uhr
Eintritt frei
Mehr Informationen www.jmberlin.de/dagesh-kunstpreis-2021

10 Jahre: intonations
Das Kammermusikfestival im Jüdischen Museum Berlin
6.–10. Jun 2021

Vom 6.–10. Juni 2021 feiert das Kammermusik­festival intonations. Das Jerusalem International Chamber Music Festival im Jüdischen Museum Berlin sein 10-jähriges Jubiläum. Dafür versammelt die Festivalleiterin Elena Bashkirova wieder Musikerinnen und Musiker aus aller Welt im Glashof des Jüdischen Museums Berlin, darunter Mitglieder aus internationalen Spitzen­orchestern, renommierte Solistinnen und Solisten und junge Talente.
Das Festival wird mit Unterstützung von Evonik realisiert.

Datum 6.–10. Jun 2021
Ort Altbau, Glashof
Mehr Informationen www.jmberlin.de/intonations

ZERHEILT. Ein fotografischer Essay von Frédéric Brenner
Laufzeit: 3. Sept 2021–13. Mär 2022

Über 40 Jahre lang erzählt Frédéric Brenner mit seinen Fotografien bereits vom jüdischen Leben in aller Welt. Seit drei Jahren erkundet der international renommierte Fotograf nun Berlin als Bühne verschiedener Inszenie­rungen des Jüdischen. Ab dem 3. September 2021 zeigt das JMB erstmalig den daraus entstandenen fotografischen Essay ZERHEILT.
Frédéric Brenner porträtiert Menschen, die Berlin zu ihrer Heimat gemacht haben oder nur vorübergehend hier leben – Neuankömmlinge, Alteingesessene, Konvertiten, Zuwanderer und andere. Auch die Stadt selbst wird fragmentarisch in den Blick genommen – als Inkubator für Disso­nanzen und widerstreitende Narrative zwischen Vergangenheits­bewältigung und dem Wunsch nach Erlösung.
In ZERHEILT hinterfragt Frédéric Brenner stereotype Bilder, die bis heute die Wahrnehmung von Jüdinnen und Juden in Deutschland prägen. „Ich mache Bilder, um Bilder zu brechen“, formuliert er seine Einladung, neue Perspektiven jenseits der vor­herrschenden Konzepte zu finden. Seine Bildsprache entwickelt Brenner nach ausgiebigen Recherchen, aus Beobachtungen und zahlreichen Gesprächen. Fotografieren bedeutet für ihn vor allem Begegnung mit Individuen, denen er Raum gibt, sich selbst in Szene zu setzen.
Wir danken den Freunden des Jüdischen Museums Berlin für die Ermöglichung des Ankaufs der Fotoserie für die Sammlung des JMB.

Laufzeit 3. Sep 2021–13. Mär 2022
Ort Libeskind-Bau EG, Eric F. Ross Galerie
Öffnungszeiten täglich 10–19 Uhr
Eintritt frei
Mehr Informationen www.jmberlin.de/zerheilt

Wir träumten von nichts als Aufklärung. Moses Mendelssohn in seiner Zeit (Arbeitstitel)
Ab Anfang 2022

Zuwanderer, Aufklärer und Selfmade-Intellektueller: Moses Mendelssohn war schon zu seiner Zeit eine europäische Berühmtheit und ist bis heute eine zentrale Gestalt des deutschen Judentums. Die Ausstellung des Jüdischen Museums Berlin erzählt von Mendelssohns Leben in Berlin und zeigt ihn inmitten einer Zeit des Umbruchs und Aufbruchs als Integrations­figur polarisierender Kräfte.
Mit seinen christlichen Freunden diskutiert Moses Mendelssohn Fragen aus Philosophie und Politik. Als Autor fordert er sein Publikum zum kritischen Denken auf. Als gesetzes­treuer Jude verbindet er die Tradition mit den Ideen der Aufklärung, engagiert sich für weltliche Bildung und bürgerliche Gleichberechtigung für Juden als Juden. Seine Übersetzung der Tora macht religiöses Wissen allen zugänglich.
Die Ausstellung präsentiert die Epoche der Aufklärung als Umbruchslabor: Menschen­rechte, Meinungs­freiheit und die Vielfalt individueller Lebens­entwürfe werden formuliert und eingefordert. Mit seinen Argumenten für die Emanzipation der Juden, für Minderheiten­rechte und das Verhältnis von Staat und Religion eröffnet Mendelssohn den Weg in die Moderne – und provoziert bis heute Fragen zur jüdischen Identität.
Die Ausstellung wird gefördert durch die LOTTO-Stiftung Berlin.

Ort Altbau, 1. OG
Öffnungszeiten täglich 10–19 Uhr
Eintritt regulär 8 €, ermäßigt 3 €. Freien Eintritt haben Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren
Mehr Informationen www.jmberlin.de/ausstellung-moses-mendelssohn

Die Stiftung Jüdisches Museum Berlin wird gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Änderungen und Ergänzungen sind vorbehalten.

Teilen, Newsletter, Feedback