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Ab 23. August 2020 präsentiert die vollständig neu gestaltete Dauer­ausstellung jüdische Geschichte und Gegenwart in Deutschland. Bis dahin bleibt das Jüdische Museum Berlin wegen Umbaus geschlossen.

John F. und Hertha Oppenheimers Sammlung in unserer Bibliothek

Publikationen des Centralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens und weitere Schriften

Die Fotografie von Herbert Sonnenfeld zeigt Hans Oppenheimer (1903–1985) und zwei weitere Mitarbeiter*innen in der Redaktion der C.V.-Zeitung, Emser Straße 42, 1936; Jüdisches Museum Berlin, Ankauf aus Mitteln der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin. Mehr über das Foto erfahren Sie in unseren Online-Sammlungen.

Eine der ersten bedeutenden Schenkungen an die Vorläufer unserer heutigen Bibliothek war die Stiftung John F. und Hertha Oppenheimer. Das Ehepaar übergab 1982 der Jüdischen Abteilung des Berlin Museums eine Sammlung von Publikationen des Centralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens. Neben weiteren Schriften aus der Zwischenkriegszeit enthält diese auch zahlreiche nach 1945 erschienene Bücher aus den USA.

Berlin Museum

Das stadt- und kulturgeschichtliche Museum existierte von 1962 bis 1995 und war im Kollegienhaus in der Lindenstraße 14 untergebracht, das heute zum Jüdischen Museum Berlin gehört.

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Ort

W. M. Blumenthal Akademie, Bibliothek
Fromet-und-Moses-Mendelssohn-Platz 1, 10969 Berlin Postanschrift: Lindenstraße 9-14, 10969 Berlin

Centralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens

Der Centralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens wurde 1893 gegründet und hatte von 1905 bis 1930 seine Hauptgeschäftsstelle in der Lindenstraße 13, in unmittelbarer Nachbarschaft zum Kollegienhaus, das heute zum Jüdischen Museum Berlin gehört.

John F. Oppenheimer

John F. (Hans Friedrich) Oppenheimer arbeitete als Vertriebsleiter und Redakteur bei der Central Verein-Zeitung, bis der Centralverein sich 1938 auflösen musste und Oppenheimer mit seiner Frau Hertha über Holland in die USA emigrieren konnte. Bekannt geworden ist er vor allem als Mitherausgeber des Philo-Lexikons (1935) und Chefredakteur des Lexikons des Judentums (1967).

Centralverein

Der Centralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens (auch: Zentral-Verein, Central Verein, CV, C.V., C.-V.) wurde 1893 in Berlin gegründet. Er repräsentierte die Mehrheit der bürgerlich-liberalen Jüd*innen in Deutschland und trat für deren gesellschaftliche Gleichstellung ein.

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CV-Zeitung

Die jüdische Wochenzeitung, auch als C.V.-Zeitung, CentralVereins-Zeitung, CVZ benannt und mit vollem Titel C.V.-Zeitung. Blätter für Deutschtum und Judentum. Organ des Centralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens e.V. Allgemeine Zeitung des Judentums, erschien zwischen 1922 und 1938.

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compactmemory.de

Die Zeitschrift Im deutschen Reich (1895–1922) und die CV-Zeitung (1922–1938) sind frei zugänglich auf dem Online-Portal www.compactmemory.de (weiternavigieren unter »I« bzw. »C«).

Zum Online-Portal auf der Website der UB Frankfurt/Main

Kampf gegen Antisemitismus

Der Centralverein versuchte, den Antisemitismus juristisch und publizistisch zu bekämpfen und die deutsch-jüdische Identität zu stärken. Beispielsweise listet die 1929 erschienene Broschüre Unsere Maßnahmen zur Bekämpfung der Friedhofsschändungen in Deutschland 71 Friedhofs- und 24 Synagogenschändungen von 1923 bis 1928 auf. Sie dokumentiert die Eingabe, mit der der Centralverein 1927 sämtliche Landesregierungen zur Verfolgung dieser immer häufiger auftretenden Straftat aufforderte, sowie die Reaktionen der staatlichen Behörden. Außerdem enthält die Denkschrift einen ausführlichen Bericht zur Kundgebung »Versündigung an der deutschen Kultur«, die der Centralverein am 18. Oktober 1928 unter Beteiligung der Reichsregierung veranstaltete.

Vorderseite des Heftes »Unsere Maßnahmen zur Bekämpfung der Friedhofsschändungen in Deutschland«

Unsere Maßnahmen zur Bekämpfung der Friedhofsschändungen in Deutschland. Mit einer Liste der Synagogenschändungen. Eine vertrauliche Denkschrift des Centralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, Berlin: Lichtwitz [Drucker] 1929; Jüdisches Museum Berlin

Literaturhinweise

  • Vera Bendt, John F. und Hertha Oppenheimer-Stiftung, in: Berlinische Notizen 1984, S. 11.
  • Karin H. Grimme, Der Centralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, in: Jüdisches Leben in Berlin. Die Lindenstraße – Ideen zur historischen Projektarbeit an Schulen. Ludwigsfelde: Landesinstitut für Schule und Medien Berlin-Brandenburg 2008, S. 53–63.

Veronika Bendt über die John F. und Hertha Oppenheimer-Stiftung

Den nebenstehenden Artikel von Vera Bendt können Sie sich mit freundlicher Genehmigung der Autorin hier als pdf-Datei herunterladen:

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Titelliste der Sammlung John F. und Hertha Oppenheimer

PDF / 1.57 MB / nicht barrierefrei

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Wir haben einen öffentlich zugänglichen Lesesaal. Außerdem können Sie in unseren Bibliotheks- und ausgewählten Sammlungsbeständen online recherchieren. Für die Einsicht weiterer Bestände nehmen Sie bitte Kontakt zu den zuständigen Kurator*innen auf.

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Die Ansprechpartnerin für Foto-Reproduktionen ist Valeska Wolfgram (T +49 (0)30 259 93 433, E-Mail: fotodoku@jmberlin.de). Leihanfragen müssen mindestens sechs Monate im Voraus gestellt werden. Für Nachfragen zur organisatorischen Abwicklung wenden Sie sich bitte an Katrin Strube (T +49 (0)30 259 93 417, E-Mail: k.strube@jmberlin.de).

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