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Blick in den Themenraum „Tora“ mit Vitrinen

Themen­raum Tora

Wort, Schrift und Sprache in der Dauer­ausstellung

Die Tora ist die wichtigste Schrift des Judentums und Grundlage jüdischer Religions­praxis auf der ganzen Welt. Ihr widmet sich der erste Raum unserer Dauer­ausstellung. Im Mittelpunkt des Raumes steht die Tora. Sie erfahren dort außerdem etwas über das hebräische Alphabet, über jüdische Sprachen der Diaspora und über das Prinzip der Genisa.

Die wichtigsten Themen sowie einige Hörbeispiele und Objekte finden Sie auch auf dieser Website.

Übersichtsplan mit allen Gebäuden, die zum Jüdischen Museum Berlin gehören. Der Libeskind-Bau ist grün markiert

Ort

Libeskind-Bau 2. OG, Dauerausstellung
Lindenstraße 9–14, 10969 Berlin

Die Tora

Die Tora ist Erzählung und Gesetz. Ihr Text verbindet die Geschichte des Volkes Israel mit den Weisungen Gottes. Der Überlieferung nach offenbarte Gott die Tora seinem Volk am Berg Sinai.

Die Lesung der Parascha, des Wochen­abschnitts, steht im Zentrum des Gottes­dienstes. Im Laufe eines Jahres wird der in 54 Wochen­abschnitte eingeteilte Text vollständig vorgelesen. Dazu rollt man die Tora weiter – vom ersten bis zum fünften Buch Mose. Zu Simchat Tora, dem Fest zur Freude der Tora, liest man das letzte Kapitel des letzten Buchs und direkt im Anschluss das erste Kapitel des ersten Buches.

Die Schriftrolle wird von einem ausgebildeten Tora-Schreiber, einem Sofer, mit spezieller Tinte und einem Feder­kiel auf Pergament geschrieben.

Von der Decke hängende runde Vitrine mit einer Tora-Rolle darin, an einer Wand dahinter die zehn Gebote auf Hebräisch, darum halbrunde weiße Ausstellungswände mit Text

Die Ausstellungs­gestaltung greift die Form der Tora-Rolle auf; Jüdisches Museum Berlin, Foto: Roman März

Nahaufnahme einer aufgerollten Tora-Rolle, die Textpassage enthält die 10 Gebote.

Detail aus der Tora-Rolle der Familie Leavor, Hohensalza (Inowrocław) 1903; Jüdisches Museum Berlin, Inv.-Nr. 2011/98/0, Schenkung der Familie Leavor im Gedenken an Dr. Hans und Luise Librowicz, Foto: Roman März.

Jede Abschrift muss genau und fehlerlos sein. Das Schreiben einer Tora-Rolle ist eine heilige Handlung, die eine getreue Weiter­gabe des Textes an die nächsten Generationen gewähr­leistet.

Die hebräische Schrift

Um die Tora und die Gebete lesen zu können, lernen jüdische Kinder das Alef Bet. Das hebräische Alphabet hat 22 Buchstaben.

In der Ausstellung können Sie Ihren Namen in hebräischen Buchstaben schreiben. Eine Reihe von Fotografien zeigt Unterrichts­situationen auf der ganzen Welt. Eine Vitrine ist mit Lern­materialien bestückt, von der Schiefer­tafel bis zur zeit­genössischen chassidischen Lesefibel.

Tora-Rolle: sie ist leicht aufgerollt, so dass zwei Spalten mit hebräischem Text sichtbar sind.

Tora-Rolle, Hohensalza (Inowrocław) 1903; Jüdisches Museum Berlin, Inv.-Nr. 2011/98/0, Schenkung der Familie Leavor im Gedenken an Dr. Hans und Luise Librowicz, Foto: Roman März

Genisa – heilige Reste

Religiöse Schriften, die nicht mehr benutzbar sind, werden nicht weggeworfen, sondern zeremoniell begraben oder aufbewahrt.

Eine Grabstätte für Schriften und Zeremonial­objekte bezeichnet man als „Genisa“. In unserer Dauer­ausstellung ausgestellt ist die Memmelsdorfer Genisa von ca. 1725–1830, über die Sie auf unserer Website mehr erfahren können.

Stockfleckiges, ausfransendes Schriftstück mit Hebräischen Buchstaben

Gebet um Regen, Fund aus der Memmels­dorfer Genisa, Memmelsdorf (Fundort) ca. 1762–1830; Jüdisches Museum Berlin, Inv.-Nr. 2003/131/26, Foto: Roman März

Jüdische Sprachen

Im Kontakt mit den Kulturen, die sie umgaben, entwickelten Jüdinnen*Juden in der Diaspora jüdische Sprachen, die zumeist in hebräischen Buch­staben geschrieben wurden. Die bekanntesten sind Jiddisch, Juden­spanisch (Ladino) und das Judäo-Arabische.

In diese Sprach­welten können Sie in der Ausstellung über eine klingende Weltkarte eintauchen. Die Hör­beispiele führen Sie nicht nur nach Ost­europa, sondern auch in den Jemen oder nach Indien.

In der RBB-Sendung „Zwei auf EINS“ zur Eröffnung der Dauer­ausstellung sprach die Kuratorin Tamar Lewinsky mit den Moderatoren Daniel Finger und Sven Oswald über jüdische Sprachen; Jüdisches Museum Berlin, August 2020

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