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Hände greifen in einen Karton mit Briefen, Fotos und Dokumenten.

Familiensammlungen

Nachlässe und Erinnerungsstücke deutsch-jüdischer Familien

Die Familiensammlungen bieten Einblicke in religiöse, kulturelle, wirtschaftliche und private Lebensbereiche von Jüdinnen*Juden in Deutschland in Geschichte und Gegenwart. Sie zeugen vom jüdischen Leben, ebenso wie vom Leben in der Gesamtgesellschaft, aber auch von Ausgrenzung, Verfolgung, Exil und Neubeginn. 

Die Familiensammlungen umfassen über 1.800 Nachlässe deutsch-jüdischer Familien und werden stetig erweitert. Sie wurden dem Museum von Familien aus aller Welt geschenkt. Oft konnten sie über Verfolgung und Emigration hinweg bewahrt werden und sind in den einzelnen Familienerinnerungen von großer Bedeutung. Jedes Dokument, jeder Gegenstand, jede Fotografie bezeugt nicht nur einen Moment in der Geschichte, sondern trägt auch ganz persönliche Erinnerungen in sich.  

Dass Familien ihre persönlichen Schätze nach vielen Jahren, an das Museum abgegeben ist ein großer Vertrauensbeweis in die tägliche Museumsarbeit. Zugleich ist es eine große Verantwortung und Verpflichtung, die Sammlungen zu erschließen, zu bewahren und das Wissen darüber an ein eine möglichst große Öffentlichkeit weiterzugeben.  

Für das JMB sind die Bestände essenziell: Durch sie können einzelne Schicksale, ganze Familienbiografien aber auch historische Moment in ihren Zusammenhängen verdeutlicht und immer wieder von neuem nach ihrer heutigen Relevanz befragt werden.

V.l.n.r.: Leonies Schwester Edith, Lene H., Erna S., Leonie, ca. 1905–1910; Jüdisches Museum Berlin, Inv.-Nr. 2016/427/0, Schenkung von Familie Oliven

Thematische Schwerpunkte:

  • das bürgerliche Leben im Kaiserreich und in der Weimarer Republik
  • der erste Weltkrieg
  • Synagogen
  • Unternehmens- und Wirtschaftsgeschichte
  • der jüdische Sport
  • jüdische Studentenverbindungen
  • Schulen und andere jüdische Institutionen
  • Hachschara-Lager zur Vorbereitung auf die Auswanderung
  • die Emigration
  • das Leben im Exil
  • die Verfolgung während der NS-Zeit
  • die Nachkriegszeit mit dem Wiederaufbau und Neubeginn jüdischer Gemeinden
  • dem Leben in den Lagern für Displaced Persons
  • der Rückkehr Einzelner aus dem Exil
  • das Leben von Jüdinnen*Juden in beiden Teilen Deutschlands und nach 1989 im wiedervereinigten Land

Was sind Displaced Persons?

Displaced Persons, Menschen, die nach dem Zweiten Weltkrieg außerhalb ihres Herkunftslandes gestrandet waren, darunter in westlichen Besatzungszonen ca. eine Viertelmillionen Jüdinnen*Juden

Mehr erfahren

Was bedeutet Hachschara?

Hachschara (hebr. für Vorbereitung, Tauglichmachung), landwirtschaftliche Ausbildungseinrichtungen zur systematischen Vorbereitung von Jüdinnen*Juden auf die Ansiedlung in Palästina, v. a. in den 1920er- und 1930er-Jahren

Die Konvolute sind sehr heterogen. Sie unterscheiden sich im Umfang, in den inhaltlichen Schwerpunkten und in den Objektgattungen. Der Großteil besteht aus Dokumenten und Fotografien, es finden sich aber auch Gemälde, Grafiken, Judaica, Alltagsgegenstände, Filme, Bücher und Textilien darunter. 

Ausgewählte Objekte: Ausgewählte Sammlungsobjekte: Familiensammlungen (14)

Die Familiensammlungen bieten vielfältige Anknüpfungspunkte für die Vermittlungsarbeit des Museums, etwa bei Führungen, Workshops oder Schulbesuchen von JMB on.tour oder auch dem digitalen Lernraum di.kla. Aber auch für analoge und digitale Ausstellungs- und Publikationsprojekte sind sie relevant. In der Dauerausstellung präsentieren wir zahlreiche Exponate in unterschiedlichen thematischen und historischen Zusammenhängen. Im Familienalbum, einer interaktiven Wand mit über 500 Objekten, laden wir die Besucher*innen auf eine ganz persönliche Entdeckungsreise durch die Familiennachlässe ein. 

Das interaktive Familienalbum präsentiert zehn Sammlungen aus dem Bestand des Museums; Jüdisches Museum Berlin, Foto: Yves Sucksdorff

Der Digitalisierungsprozess

Um das JMB noch stärker im digitalen Raum zu etablieren, werden die Familiensammlungen seit 2024 in einem eigens entwickelten Digitalisierungsprojekt erschlossen. Ziel ist es, die Sichtbarkeit, Zugänglichkeit und langfristige Sicherung der Konvolute nachhaltig zu verbessern. So können über 250 Jahre Lebenserfahrung jüdischer Familien weltweit geteilt und für Forschung und Vermittlung nutzbar gemacht werden. Die Stifter*innen erhalten die Gelegenheit, mit ihren teilweise weit verstreuten Familienangehörigen die Sammlungen einzusehen, ohne nach Berlin reisen zu müssen.  

Um diese Zugänge zu ermöglichen, werden Museumsbestände erschlossen, inventarisiert, restauriert, digitalisiert, verschlagwortet, auf Urheber- und Persönlichkeitsrechte überprüft und online zugänglich gemacht. Insgesamt sind über 10 Mitarbeiter*innen aus den Bereichen Archiv, Fotografie, Fotodokumentation, Sammlungsdokumentation, Restaurierung und Justiziariat in den Digitalisierungsprozess eingebunden. Bis Anfang 2026 sind über 50.000 Digitalisate erstellt worden, davon sind bereits über 20.000 online zugänglich, täglich werden es mehr.

Dokumentation der Digitalisierung der Familiensammlung, Blick auf ein Archivdokument während des Scanvorgangs am Archivscanner; JMB, Foto: Jule Roehr

Wie kann ich dem Museum Objekte, Fotos oder Dokumente stiften?

Sie sind im Besitz von Material zur jüdischen Kultur und Geschichte in Deutschland und denken, dass dieses für uns interessant sein könnte? Dann freuen wir uns, wenn Sie mit uns Kontakt aufnehmen!  

Zur ausführlichen Antwort

Kann das Museum mir bei Nachforschungen zu meiner Familiengeschichte helfen?

Sie können unsere eigenen Bestände für Forschungszwecke nutzen. Darüber hinaus haben wir Ihnen eine Linkliste zu personen- und familienbezogenen Recherchemöglichkeiten zusammengestellt.

Zur ausführlichen Antwort

Wie kann ich in Archiv, Sammlungen und Bibliothek des Museums recherchieren?

Wir haben einen öffentlich zugänglichen Lesesaal. Außerdem können Sie in unseren Bibliotheks- und ausgewählten Sammlungsbeständen online recherchieren. Für die Einsicht weiterer Bestände nehmen Sie bitte Kontakt zu den zuständigen Kurator*innen auf.

Zur ausführlichen Antwort

Kontakt

Dr. Irena Fliter
Leiterin Archiv/Leo Baeck Institut
T +49 (0)30 259 93 414
i.fliter@jmberlin.de

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