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Der Teddy aus Königsberg

Objekttag Regensburg: Borys Shleimovych

»Zeigen Sie uns Ihre Geschichte!« – dieser Einladung folgen seit vergangenem Jahr Jüdinnen*Juden, die uns für das Projekt Objekttage ihre Migrationsgeschichte erzählen.

Älterer Herr hält einen roten Teddybären in Händen

Borys Shleimovych, geboren 1948 in Kiev, UdSSR, heute Ukraine.
Seit 2008 in Deutschland.
Radiomechaniker, Radiojustierer, Ingenieur-Akustiker, Tonmeister, Buchdesigner, Kinomechaniker, IT-Systembetreuer.

Der Teddybär ist das einzige Überbleibsel aus meiner Kindheit. Mein Vater kämpfte an der Front, schaffte es bis nach Königsberg (heute Kaliningrad, Russland). Er erzählte fast nichts darüber. Als der Kampf in der Stadt ruhte, sollte er mit dortigen deutschen Fischern zur See fahren und dafür Sorge tragen, Truppen und Bevölkerung zu ernähren. Diesen Teddybär hat er vermutlich damals gefunden und später mir geschenkt. Als meine Eltern nach Israel auswanderten, haben sie ihn weggeworfen. Ich fand ihn in der Mülltonne und habe ihn rausgeholt. Als meine Frau und ich nach Deutschland kamen, haben wir ihn mitgenommen. Wie hätten wir ihn zurücklassen können? Jetzt wohnt er in unserem Schreibschrank.

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