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Vier Freunde

Objekttag Regensburg: Alexander Fried

»Zeigen Sie uns Ihre Geschichte!« – dieser Einladung folgen seit vergangenem Jahr Jüdinnen*Juden, die uns für das Projekt Objekttage ihre Migrationsgeschichte erzählen.

Älterer Herr hält ein gezeichnetes Bild mit vier Bäumen in einem Rahmen in Händen

Alexander Fried, geboren 1925 in Králová, Tschechoslowakei, heute Tschechische Republik.
Lebte nach dem Zweiten Weltkrieg in sieben Ländern, heute in Tirschenreuth, Bayern, und Prag.
Hochschullehrer.

1942 bin ich in das erste Lager gekommen, nach Žilina. Auf dem Weg dorthin waren wir völlig ahnungslos, wir haben noch hebräische Lieder gesungen. Auf einmal sahen wir das Tor und »Arbeit macht frei«. Für 58.000 Juden ging es von diesem Lager aus nach Majdanek oder Treblinka. Wir waren fünf Freunde: Kurt Alt, Shani Spronz, Isi Miadovnik, Paul Zlatner und ich. Von uns fünfen bin ich der einzige, der überlebt hat.
1952 habe ich in Wien meinen Doktortitel bekommen. Später war ich in Belgien, in Israel, in Kanada. Ich habe in sieben Ländern gelebt. Nach Tirschenreuth kam ich, als ich in Marienbad lebte, weil ich einmal heiser war und ins benachbarte Tirschenreuth zum Arzt ging. Der sagte mir, es gäbe hier auch eine jüdische Ärztin – und so habe ich meine jetzige Frau kennengelernt.
Das Bild zeigt vier Bäume, sie stehen für meine vier Freunde, die ermordet wurden. Ich habe es in Netanya, Israel, von einem Straßenkünstler malen lassen. Das Bild ist mir sehr wichtig, ich habe mehrere Kopien davon, die ich überall aufhänge, wo ich lebe.

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