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Vom 2. bis 30. November bleibt das Jüdische Museum Berlin aufgrund der Corona-Beschränkungen geschlossen.

Sensibilisierung für Diversität

Dokumentation der Arbeitsgruppe

Schule ist ein Ort, an dem Menschen mit den unterschiedlichsten Erfahrungen und sozialen und kulturellen Hintergründen miteinander leben, lernen und Zuschreibungsprozessen ausgesetzt sind. Diversity Trainings geben Raum für die Reflexion von Fremd- und Eigenwahrnehmung, Zuschreibungsprozessen und sozialen Vorurteilen.

Ausgehend von zwei Erfahrungsberichten von Lehrerinnen, die an Diversity Trainings teilgenommen haben und einem einführenden Input zum Konzept von Diversity Trainings, sollen Möglichkeiten, Herausforderungen und Fragen ausgelotet werden, wie diskriminierenden Zuschreibungsprozessen und sozialen Vorurteilen mit Diversity Trainings entgegen gewirkt werden kann.

Meral El moderierte diese Arbeitsgruppe mit Impulsen von

Dr. Czarina Wilpert: Warum und wie Diversity Ansätze in der Schule umsetzen?

In vielen Bereichen der Gesellschaft, insbesondere in Schulen, wird »Interkulturalität« bzw. ethnische Herkunft noch als Problem angesehen. Andererseits haben Geschlechterfragen und ethische bzw. weltanschauliche Fragen, Fragen zu Religion, Antisemitismus und Islamfeindlichkeit, Rassismus, Themen wie Inklusion, sexuelle Identität und andere menschenrechtliche Grundwerte wie Sprache und soziale Herkunft in der Gesellschaft und auch in Schulen an Bedeutung gewonnen. Die tradierten Bilder, die wir voneinander haben, sind häufig auch Barrieren für Kommunikation. Je nach unserer Position in der Gesellschaft haben diese Bilder eine Wirkung auf unsere eigene Wertschätzung, unsere Wahrnehmung von Anderen und unsere Chancen und Akzeptanz in der Gesellschaft.

Es sind diese Fragen und Themen, die ein zentrales Gewicht im horizontalen Diversity-Ansatz von Eine Welt der Vielfalt e. V. haben. Teil der Pädagogik der Vielfalt des horizontalen Ansatzes ist es, die eigene Außenseitererfahrung hervorzurufen, um die Betroffenheit Anderer besser zu begreifen und einen Perspektivenwechsel einzunehmen.

Der Diversity-Ansatz beinhaltet auch eine Pädagogik, die gefördert wird durch den Aufbau von Vertrauensprozessen und den Verzicht auf Schuldzuweisungen. Durch einen Diversity-Ansatz lernen wir Menschen als Individuen in ihrer Vielfalt wertzuschätzen und sie als Bereicherung in unserer Schule und der Gesellschaft zu verstehen.

Unsere Zielsetzung ist die Gestaltung von Vielfalt in der Schulgemeinde und deren Umgebung. »Managing Diversity« bedeutet für uns sowohl die Entdeckung und Erarbeitung von Gemeinsamkeiten als auch die Akzeptanz und Anerkennung von Unterschiedlichkeit. Auf diesen Grundlagen kann sich jede*r Einzelne besser entfalten und zur positiven Gestaltung von Schule und Gesellschaft beitragen.

Grit Gottschalk: Erfahrungsbericht über Diversity Training

Das Diversity Training hat die Mehrdimensionalität des Begriffes Vielfalt verdeutlicht. Dabei ging es sowohl um die Herausarbeitung von Gemeinsamkeiten als auch die Akzeptanz von Unterschiedlichkeit. Durch die Hinterfragung der eigenen Sichtweise auf den Begriff Diversity und die Frage nach der eigenen Identität hilft das Diversity Training jede*r Kolleg*in die Vielfalt der Schüler*innen wahrzunehmen. Die theoretische Unterfütterung war dabei sehr hilfreich und gab immer wieder neue Denkanstöße aus unterschiedlichen Perspektiven.

Ich fand es sehr spannend, die eigene Identität zu hinterfragen und habe für meine Sichtweise des Begriffes Diversity und dessen Anwendung im Unterricht durch die theoretischen und praktischen Teile des Seminars Bestätigung erhalten. Besonders wichtig war das Diversity Training für den Austausch der Kolleg*innen untereinander, da einige doch ganz andere Lebenserfahrungen aufgrund kultureller Hintergründe oder Ausbildungswege und somit unterschiedliche Sicht- und Herangehensweisen hatten. Die Schüler*innen unserer Schule haben ebenfalls unterschiedlichste kulturelle Prägungen und Wertevorstellungen – alle bringen also höchst unterschiedliche Voraussetzungen, Sprachkenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten mit. Dies alles hat das Diversity Training in den Fokus gerückt.

Da die Gegebenheiten an jeder Schule verschieden sind, ist es wichtig viel Zeit und Raum für den Austausch zum Thema Diversity und die schulinterne Umsetzung einzuplanen (methodische Gesichtspunkte, inhaltliche Thematisierung, Anbindung an die einzelnen Fächer, etc.).

Eine Welt der Vielfalt e. V.

Angebote zu Diversity Trainings

www.ewdv-diversity.de

Ansprechpartnerin

Diana Dressel
Leiterin der Bildungsabteilung
T +49 (0)30 259 93 515
d.dressel@jmberlin.de

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Tagungsdokumentation: Schule und Museum in der Migrationsgesellschaft (19)

Schule und Museum in der Migrationsgesellschaft

Die einzelnen Panels der Tagung am 13. und 14. Oktober 2014 sind hier dokumentiert.

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Marginalisierte Biografien: Lebensgeschichten von Juden und Roma und Sinti in der Bildungsarbeit

Arbeitsgruppe mit Steffen Jost (Max Mannheimer Studienzentrum, Dachau) und Katharina Obens (Dipl.-Psychologin, Lernkultur – Institut für Bildungsforschung und Evaluation), moderiert von Ulrike Wagner (Universität Leipzig)

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Vielfalt durch Beteiligung

Arbeitsgruppe mit Karin Schreibeis (Serviceagentur Ganztägig Lernen/Deutsche Kinder- und Jugendstiftung) und Sandra Christall (Sozialpädagogin an der Hermann-Hesse-Oberschule, Berlin), moderiert von Andrea Blaneck (Deutsche Kinder- und Jugendstiftung)

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Biografiearbeit als Beitrag zur kulturellen Öffnung

Arbeitsgruppe mit Franziska Bogdanov (Jüdisches Museum Berlin), Beate Klammt (Bildungsreferentin, ehemals Anne Frank Zentrum), Rainer Brieske (Albrecht-Dürer-Gymnasium, Berlin) und Michael Merbitz (B.-Traven-Oberschule, Berlin), moderiert von Sarah Hiron (Jüdisches Museum Berlin)

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Zwischen Identifikation und Außenwahrnehmung: Was macht Schule aus?

Arbeitsgruppe mit Inputs von Heinrich Meise (Refik-Veseli-Sekundarschule, Berlin), Markus Schega und Dr. Michael Senn (Nürtingen Grundschule, Berlin) und Friedhelm Botsch (Hermann-Hesse-Schule, Berlin), moderiert von Meral El (Jüdisches Museum Berlin)

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»Wir wollen etwas verändern – aber nur in Begleitung!«

Arbeitsgruppe mit einem Input von Andrea Blaneck, moderiert von Marlous Behrendt (beide: Deutsche Kinder- und Jugendstiftung, Berlin)

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Differenzfreundlich und diskriminierungskritisch – Anforderungen an Bildungsinstitutionen in der Migrationsgesellschaft

Impulsreferat von Prof. Dr. Paul Mecheril (Carl von Ossietzky Universität Oldenburg) mit anschließendem Gespräch, geleitet von Dr. Anja Durdel (Deutsche Kinder- und Jugendstiftung)

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Wie können Politik und Gesellschaft die interkulturelle Öffnung von Schulen unterstützen?

Podiumsdiskussion mit Özcan Mutlu (MdB für Bündnis 90/Die Grünen), Evelin Lubig-Fohsel (Landesausschuss für Migration, Diversität und Antidiskriminierung der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft), André Barth (Ernst-Schering-Oberschule, Berlin) und Dr. Diana Dressel (Jüdisches Museum Berlin), modieriert von Dr. Nkechi Madubuko (Moderatorin und Autorin, Marburg)

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Diversität in der Jugendliteratur

Arbeitsgruppe mit Impulsen von André Barth (Ernst-Schering-Oberschule, Berlin), Ulrich Hipler (B.-Traven-Oberschule, Berlin) und Nina Wilkens (Jüdisches Museum Berlin)

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Historisches Lernen in der Migrationsgesellschaft

Arbeitsgruppe mit Inputs von Dr. Elke Gryglewski (Haus der Wannsee-Konferenz, Berlin), Selman Erkovan (Bildungsreferent, Berlin) und Fabian Schnedler (Jüdisches Museum Berlin), moderiert von Ulrike Wagner (Universität Leipzig)

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Ausstellungen werden von Museen gemacht, oder?

Arbeitsgruppe mit Petra Zwaka (Jugend Museum Berlin), Silvia Linnenbürger (B.-Traven-Oberschule, Berlin) und Jutta Dücker (Ernst-Schering-Oberschule, Berlin), moderiert von Dr. Diana Dressel (Jüdisches Museum Berlin)

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Möglichkeiten, Herausforderungen und Ansätze zur gelingenden Kooperation zwischen Schulen und Museum

Weltcafé, moderiert von Jutta Weimar (Großgruppenmoderatorin und Prozessbegleiterin, Berlin)

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Annäherung aus drei Perspektiven

Podiumsdiskussion mit Zahide Doğaç (Lehrerin und Interkulturelle Koordinatorin, Hamburg), Ibrahim Gülnar (Mobiles Beratungsteam »Ostkreuz«, Berlin) und Leontine Meijer-van Mensch (Museum Europäischer Kulturen – Staatliche Museen zu Berlin), moderiert von Dr. Rosa Fava (Jüdisches Museum Berlin)

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Sensibilisierung für Diversität

Arbeitsgruppe mit Dr. Czarina Wilpert (Eine Welt der Vielfalt e. V.) und Grit Gottschalk (Ernst-Schering-Schule, Berlin), moderiert von Meral El (Jüdisches Museum Berlin)

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Durchgängige Sprachbildung

Arbeitsgruppe mit Input von Lilo Martens (Multiplikatorin für Interkulturelle Bildung und durchgängige Sprachbildung, Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft, Berlin)

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Rassistische Diskriminierung zur Sprache bringen

Arbeitsgruppe, moderiert von Toan Nguyen (Bildungswerkstatt Migration und Gesellschaft e. V. Berlin)

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Antisemitismus in Social Media

Arbeitsgruppe mit Gabriele Rohmann und Martin Gegenheimer (Archiv der Jugendkulturen e. V., Berlin), André Barth (Ernst-Schering-Oberschule, Berlin) und Martina Brandes-Parow (B.-Traven-Oberschule, Berlin), moderiert von Jutta Weimar (Großgruppenmoderatorin und Prozessbegleiterin, Berlin)

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Theaterpädagogik. Methoden und Ansätze für Pädagog*innen in Schule und Museum

Arbeitsgruppe mit Laura Söllner (Theaterpädagogin, Berlin), Anja Scheffer (Schauspielerin und Regisseurin), Heidemarie Link (B.-Traven-Oberschule, Berlin) und Eva Albert (Hermann-Hesse-Schule, Berlin), moderiert von Dr. Diana Dressel (Jüdisches Museum Berlin)

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Film als Methode einer diskriminierungskritischen Pädagogik

Arbeitsgruppe mit Gunnar Meyer (BildungsBausteine gegen Antisemitismus, Berlin) und Vera March-Berg (Refik-Veseli-Schule, Berlin), moderiert von Fabian Schnedler (Jüdisches Museum Berlin)

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Tagungsreflexion

Die Veranstaltung moderierten Dr. Anja Durdel (Deutsche Kinder- und Jugendstiftung) und Tanja Petersen (Jüdisches Museum Berlin)