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Vom 2. bis 30. November bleibt das Jüdische Museum Berlin aufgrund der Corona-Beschränkungen geschlossen.

Antisemitismus in Social Media

Dokumentation der Arbeitsgruppe

Wie können die Kompetenzen der Lehrer*innen bezüglich Social Media gestärkt werden? Was benötigen Lehrkräfte, um kritisch im Unterricht mit Antisemitismus in Social Media umgehen zu können? Foren, die Jugendliche benutzen, sind Lehrer*innen häufig nicht bekannt, daher auch nicht das Wissen um problematische und antisemitische Vorstellungen, die dort verbreitet werden.

Ausgehend von einer Einführung in das Thema durch das Archiv der Jugendkulturen und von zwei Erfahrungsberichten von Lehrer*innen wurde thematisiert, wie Lehrer*innen sich mit dem Thema im Unterricht befassen können.

Jutta Weimar moderierte die Arbeitsgruppe mit Beiträgen von

Antisemitismus in Social Media

In seinem Impulsvortrag gab Martin Gegenheimer zunächst einen Überblick zur Geschichte und Entwicklung des Internets und den Neuerungen, die das Web 2.0 mit sich gebracht hat. Insbesondere die Interaktivität des »Mit-mach-Web« und die Viralität (ein Maß dafür, wie oft ein Eintrag weitergegeben wird bzw. wie viel Aufmerksamkeit er bekommt) der Inhalte wurden aufgezeigt. Weiter stellte er die wichtigsten aktiven Plattformen wie Facebook, Twitter, YouTube oder Wikipedia vor. Den Teilnehmenden wurde anhand von Statistiken (u. a. des Statistischen Bundesamtes) näher gebracht, welche Verbreitung diese Plattformen haben und welchen Einfluss die neuen Medien insbesondere auf Jugendliche haben. Dabei wurde deren Nutzerverhalten mit weiteren Daten (u. a. aus der Shell-Jugendstudie) verdeutlicht.

Der Hauptteil des Impulses befasste sich mit der Vereinnahmung dieser relativ neuen, digitalen Medien durch die rechte Szene sowie deren Bedeutung für die Verbreitung von antisemitischen Inhalten. Hierfür stellte Martin Gegenheimer die aktuellen Zahlen zur Verankerung antisemitischer Denkweisen in der deutschen Gesellschaft vor (Daten aus Decker, Kiess, Brähler: Die destabilisierte Mitte, 2014). Anschließend zeigte er exemplarisch Fallbeispiele wie antisemitische Inhalte bei Facebook, die Verbreitung von Musik mit solchen Inhalten bei YouTube (Beispiele »Haftbefehl«, »Bözemann«, »FreiWild«) oder die Erschaffung von parallelen bzw. rechten Online-Bibliotheken (Beispiel »Metapedia«). Auch der Rapper »Bushido« wurde thematisiert, dessen Twitter-Seite seit Jahren eine Landkarte als Profilbild zeigt, auf welcher der Staat Israel getilgt wurde. Darüber hinaus berichtete Martin Gegenheimer über die Kampagne der Bild-Zeitung »Nie wieder Juden-Hass« und die damit verbundenen Reaktionen in den sozialen Netzwerken.

Praxisbericht aus dem Unterricht von Martin Brandes-Parow und André Barth

Im Anschluss an den Impuls stellten Martina Brandes-Parow von der B-Traven-Schule in Berlin-Spandau und André Barth von der Ernst-Schering-Schule in Berlin-Wedding eine zusammen mit dem Archiv der Jugendkulturen e. V. entwickelte Unterrichtsreihe vor und berichteten über ihre Erfahrungen in der Anwendung.

Kern der Unterrichtsreihe war eine Auseinandersetzung mit dem Film Kaddisch für einen Freund und den darin vorkommenden Elementen wie HipHop, traditionelle Musik, die Thematisierung von Nationalsozialismus, Nahost-Konflikt, Migration, Flucht und die Begegnung zwischen Generationen. Außerdem haben sich beide Schulen mit dem Projekt »Per la vita« von Esther Bejarano und Microphone Mafia auseinandergesetzt. Beide Schulen waren von der Unterrichtsreihe sehr angetan. Spannend war, dass die Lehrer*innen vor dem Hintergrund der unterschiedlichen Zusammensetzung ihrer Schüler*innen auch ganz unterschiedliche Diskussionen und Gespräche mit den Jugendlichen über diese Kernthemen hatten. Es wurde einmal mehr deutlich, wie sehr Vielfalt in Schulen in der praktischen Umsetzung von politischer und kultureller Bildung wirksam wird.

Ansprechpartnerin

Diana Dressel
Leiterin der Bildungsabteilung
T +49 (0)30 259 93 515
d.dressel@jmberlin.de

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Tagungsdokumentation: Schule und Museum in der Migrationsgesellschaft (19)

Schule und Museum in der Migrationsgesellschaft

Die einzelnen Panels der Tagung am 13. und 14. Oktober 2014 sind hier dokumentiert.

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Marginalisierte Biografien: Lebensgeschichten von Juden und Roma und Sinti in der Bildungsarbeit

Arbeitsgruppe mit Steffen Jost (Max Mannheimer Studienzentrum, Dachau) und Katharina Obens (Dipl.-Psychologin, Lernkultur – Institut für Bildungsforschung und Evaluation), moderiert von Ulrike Wagner (Universität Leipzig)

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Vielfalt durch Beteiligung

Arbeitsgruppe mit Karin Schreibeis (Serviceagentur Ganztägig Lernen/Deutsche Kinder- und Jugendstiftung) und Sandra Christall (Sozialpädagogin an der Hermann-Hesse-Oberschule, Berlin), moderiert von Andrea Blaneck (Deutsche Kinder- und Jugendstiftung)

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Biografiearbeit als Beitrag zur kulturellen Öffnung

Arbeitsgruppe mit Franziska Bogdanov (Jüdisches Museum Berlin), Beate Klammt (Bildungsreferentin, ehemals Anne Frank Zentrum), Rainer Brieske (Albrecht-Dürer-Gymnasium, Berlin) und Michael Merbitz (B.-Traven-Oberschule, Berlin), moderiert von Sarah Hiron (Jüdisches Museum Berlin)

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Zwischen Identifikation und Außenwahrnehmung: Was macht Schule aus?

Arbeitsgruppe mit Inputs von Heinrich Meise (Refik-Veseli-Sekundarschule, Berlin), Markus Schega und Dr. Michael Senn (Nürtingen Grundschule, Berlin) und Friedhelm Botsch (Hermann-Hesse-Schule, Berlin), moderiert von Meral El (Jüdisches Museum Berlin)

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»Wir wollen etwas verändern – aber nur in Begleitung!«

Arbeitsgruppe mit einem Input von Andrea Blaneck, moderiert von Marlous Behrendt (beide: Deutsche Kinder- und Jugendstiftung, Berlin)

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Differenzfreundlich und diskriminierungskritisch – Anforderungen an Bildungsinstitutionen in der Migrationsgesellschaft

Impulsreferat von Prof. Dr. Paul Mecheril (Carl von Ossietzky Universität Oldenburg) mit anschließendem Gespräch, geleitet von Dr. Anja Durdel (Deutsche Kinder- und Jugendstiftung)

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Wie können Politik und Gesellschaft die interkulturelle Öffnung von Schulen unterstützen?

Podiumsdiskussion mit Özcan Mutlu (MdB für Bündnis 90/Die Grünen), Evelin Lubig-Fohsel (Landesausschuss für Migration, Diversität und Antidiskriminierung der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft), André Barth (Ernst-Schering-Oberschule, Berlin) und Dr. Diana Dressel (Jüdisches Museum Berlin), modieriert von Dr. Nkechi Madubuko (Moderatorin und Autorin, Marburg)

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Diversität in der Jugendliteratur

Arbeitsgruppe mit Impulsen von André Barth (Ernst-Schering-Oberschule, Berlin), Ulrich Hipler (B.-Traven-Oberschule, Berlin) und Nina Wilkens (Jüdisches Museum Berlin)

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Historisches Lernen in der Migrationsgesellschaft

Arbeitsgruppe mit Inputs von Dr. Elke Gryglewski (Haus der Wannsee-Konferenz, Berlin), Selman Erkovan (Bildungsreferent, Berlin) und Fabian Schnedler (Jüdisches Museum Berlin), moderiert von Ulrike Wagner (Universität Leipzig)

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Ausstellungen werden von Museen gemacht, oder?

Arbeitsgruppe mit Petra Zwaka (Jugend Museum Berlin), Silvia Linnenbürger (B.-Traven-Oberschule, Berlin) und Jutta Dücker (Ernst-Schering-Oberschule, Berlin), moderiert von Dr. Diana Dressel (Jüdisches Museum Berlin)

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Möglichkeiten, Herausforderungen und Ansätze zur gelingenden Kooperation zwischen Schulen und Museum

Weltcafé, moderiert von Jutta Weimar (Großgruppenmoderatorin und Prozessbegleiterin, Berlin)

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Annäherung aus drei Perspektiven

Podiumsdiskussion mit Zahide Doğaç (Lehrerin und Interkulturelle Koordinatorin, Hamburg), Ibrahim Gülnar (Mobiles Beratungsteam »Ostkreuz«, Berlin) und Leontine Meijer-van Mensch (Museum Europäischer Kulturen – Staatliche Museen zu Berlin), moderiert von Dr. Rosa Fava (Jüdisches Museum Berlin)

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Sensibilisierung für Diversität

Arbeitsgruppe mit Dr. Czarina Wilpert (Eine Welt der Vielfalt e. V.) und Grit Gottschalk (Ernst-Schering-Schule, Berlin), moderiert von Meral El (Jüdisches Museum Berlin)

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Durchgängige Sprachbildung

Arbeitsgruppe mit Input von Lilo Martens (Multiplikatorin für Interkulturelle Bildung und durchgängige Sprachbildung, Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft, Berlin)

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Rassistische Diskriminierung zur Sprache bringen

Arbeitsgruppe, moderiert von Toan Nguyen (Bildungswerkstatt Migration und Gesellschaft e. V. Berlin)

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Antisemitismus in Social Media

Arbeitsgruppe mit Gabriele Rohmann und Martin Gegenheimer (Archiv der Jugendkulturen e. V., Berlin), André Barth (Ernst-Schering-Oberschule, Berlin) und Martina Brandes-Parow (B.-Traven-Oberschule, Berlin), moderiert von Jutta Weimar (Großgruppenmoderatorin und Prozessbegleiterin, Berlin)

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Theaterpädagogik. Methoden und Ansätze für Pädagog*innen in Schule und Museum

Arbeitsgruppe mit Laura Söllner (Theaterpädagogin, Berlin), Anja Scheffer (Schauspielerin und Regisseurin), Heidemarie Link (B.-Traven-Oberschule, Berlin) und Eva Albert (Hermann-Hesse-Schule, Berlin), moderiert von Dr. Diana Dressel (Jüdisches Museum Berlin)

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Film als Methode einer diskriminierungskritischen Pädagogik

Arbeitsgruppe mit Gunnar Meyer (BildungsBausteine gegen Antisemitismus, Berlin) und Vera March-Berg (Refik-Veseli-Schule, Berlin), moderiert von Fabian Schnedler (Jüdisches Museum Berlin)

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Tagungsreflexion

Die Veranstaltung moderierten Dr. Anja Durdel (Deutsche Kinder- und Jugendstiftung) und Tanja Petersen (Jüdisches Museum Berlin)