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Diversität in der Jugendliteratur

Dokumentation der Arbeitsgruppe

Es gibt zahlreiche Bücher, die von dem Zusammentreffen unterschiedlicher Lebensentwürfe und -erfahrungen handeln. Doch welche bilden die Migrationsgesellschaft differenziert, glaubwürdig und zugleich mit Wertschätzung ab, sind auch gut geschrieben oder illustriert? Gibt es Qualitätsmerkmale, an denen wir uns orientieren können?

Die Teilnehmenden erprobten Arbeitsanregungen zu der Graphic Novel Ein neues Land (Original: The Arrival) von Shaun Tan und konnten sich mit Expert*innen aus der Praxis über ihre Erfahrungen mit dem Buch im Unterricht austauschen.

Nina Wilkens moderierte mit eigenem Input die Arbeitsgruppe mit weiteren Impulsen von

Methoden zur Arbeit mit der Graphic Novel Ein neues Land von Nina Wilkens

Die Graphic Novel Ein neues Land von Shaun Tan kommt ganz ohne Worte aus und eröffnet Fragen nach dem Zusammenleben in einer multikulturellen Gesellschaft. Die Bilder erzeugen unterschiedliche Gefühle: Vertrautheit, Angst und Unsicherheit. In das »neue Land« kommen Menschen aus verschiedenen Religionen und Kulturen. Sie wurden von ihren Familien fortgerissen und durch Kriege, Gewalt und Not aus ihrer Heimat vertrieben.

Mit diesem Buch wurden Methoden ausprobiert, die verdeutlichen, dass die Definitionen von »Normal- und Anderssein« zufälligen, zeitlichen oder ortsbezogenen Begebenheiten unterliegen. In einem geschützten Raum wurden Gefühle von Zugehörigkeit und Fremdsein von den Teilnehmenden abrufbar.

Ob das Buch ohne Worte eine gute Vorlage für die pädagogische Arbeit mit heterogenen Lerngruppen sein kann, wurde auch mit Erfahrungsberichten aus der Praxis diskutiert.

Bericht aus dem Unterricht von Ulrich Hipler

Im Rahmen einer Projektwoche zum Thema »Vielfalt« beschäftigten sich alle Schüler*innen des 9. Jahrgangs an jeweils einem Vormittag mit der Graphic Novel Ein neues Land von Shaun Tan.
Einbezogen waren auch die Jugendlichen aus unseren »Willkommensklassen«, die über ganz unterschiedlich ausgeprägte Deutschkenntnisse verfügen.

Die Schüler*innen machten sich in der ersten halben Stunde in einer Stillarbeits- bzw. Lektürephase mit dem Buch vertraut. Anschließend erhielten sie einen umfangreichen Aufgaben- und Fragenkatalog, zunächst zu den Kapiteln 1-3, im zweiten Unterrichtsblock (nach einer Pause) dann auch zu den Kapiteln 4-6.
Jede*r Jugendliche sollte nach Möglichkeit insgesamt vier der kreativen Schreib- bzw. Zeichenaufgaben »lösen« (zwei Aufgaben zu den Kapiteln 1-3, zwei zu den Kapiteln 4-6).

Am Ende der kreativen Phasen wurden zunächst die jeweiligen Kapitel gemeinsam Bild für Bild »gelesen«, und zwar so, dass reihum jede*r Jugendliche mindestens einen Satz aus der Perspektive der Hauptfigur sagen sollte. (Zum Beispiel: »Ich packe ein Foto meiner Familie ein, damit ich auf der Reise ein Andenken an sie habe.«). Nach der Lektüre des jeweiligen Kapitels stellten die Jugendlichen ihre Arbeitsergebnisse vor.

Unser Fazit: Der Einsatz von Ein neues Land hat sich bewährt und war für die beteiligten Jugendlichen nach unserer Einschätzung eine Bereicherung.

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Tagungsdokumentation: Schule und Museum in der Migrationsgesellschaft (19)