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Das Jüdische Museum Berlin bleibt bis auf Weiteres wegen Umbaus geschlossen. Aufgrund der Corona-Pandemie kommt es leider zur Verzögerungen beim Bau der neuen Ausstellung. Über den Eröffnungstermin informieren wir Sie sobald wie möglich.

Das Fest des Fahrrads

Jom Kippur in Israel

Avner Ofrath

Vielleicht hätte ich fasten sollen. Stattdessen rieb ich mir meine verletzten Knie und Handgelenke und hob mein verbogenes Fahrrad von der Straße auf.

An Jom Kippur, dem „Tag der Versöhnung“, soll man über seine Vergehen des letzten Jahres nachdenken, sich bei Freund*innen und Angehörigen entschuldigen, beten und fasten. Und weil Jom Kippur der heiligste Tag des jüdischen Kalenders ist, wird er in Israel von den meisten, auch von Atheist*innen, respektiert: Busse, Züge und Flugzeuge stehen still, Geschäfte bleiben geschlossen, selbst Autofahren ist tabu. So kommt es, dass an Jom Kippur die Straßen und Auto­bahnen leer sind. Und weil auch im Fernsehen und Radio nichts läuft, ist dieser Tag für diejenigen, die das Büßen nicht besonders ernst nehmen, ideal zum Fahrrad­fahren.

Denn Fahrradwege gibt es in Israel kaum, und die Jerusalemer Auto­fahrer*innen sind nicht gerade für ihre Geduld bekannt. Unbeabsichtigt hat sich in Israel Jom Kippur inzwischen quasi zum Fest des Fahrrad­fahrens entwickelt, das ich gerne mitfeierte. Auf den hügeligen Straßen kreiste ich bergauf, bergab, in Achtern und Kurven – und rutschte dann doch schmerzvoll aus.

Nächstes Jahr bleib ich an Jom Kippur zu Hause.

Avner Ofrath, Medien

Tel Aviv an Jom Kippur, 2009

Zitierempfehlung:

Avner Ofrath (2012), Das Fest des Fahrrads. Jom Kippur in Israel.
URL: www.jmberlin.de/node/6511

Feiertage: Alte Riten, neue Bräuche (14)

Alte Riten, neue Bräuche

Mitarbeiter*innen des Museums erzählen von besonderen Traditionen zu einzelnen jüdischen Feiertagen.

Taschlich-Schiffchen statt Brotkrumen

Shlomit Tripp über einen alten Neujahrsbrauch, neu praktiziert

Bild von Gelehrten mit Talar und Hut und Büchern in der Hand

Das Kol Nidre und die „bürgerliche Verbesserung der Juden“

Haim Mahlev über einen jahrhundertelangen Streit

Äpfel in Honig und Gefilte Fisch

Wie Museums­mitarbeiter*innen die Hohen Feiertage verbringen und was sie persönlich damit verbinden

Interview
2013

Das Fest des Fahrrads

Avner Ofrath über Jom Kippur in Israel

Jüdisches Halloween

Naomi Lubrich über Süßigkeiten an Simchat Tora

Menurkeys für Thanksgivukka?

Signe Rossbach liefert Gedankenfutter und Rezepte für den außergewöhnlichen Fall, dass Thanksgiving und Chanukka zusammenfallen.

„8 Facts“ rund um Chanukka

David Studniberg über den Tempel, die Makkabäer, Dreidel, Leuchter und Öl

„If I were a rich mouse ...“

Michal Friedlander über Micky, Minnie und das Chanukkageld


2015

Mit zehn Klappmaulpuppen und einer Reise-Chanukkia im Schlafwagen

Shlomit Tripp über ihre Chanukka-Tage mit der bubales-Familie

Israelische Traditionen zu Tu bi-schwat

Avner Ofrath über Bäume, Obst und einen Hauch von New Age

„Die schlaue Esther“ – nichts für Kinder?!

Shlomit Tripp berichtet über das Buchprojekt mit ihrer kindgerechten Neuerzählung der biblischen Esther-Geschichte.

Mit dem Mazze-Mobil durch Mannheim

David Studniberg erzählt vom Zusammenhalt der jüdischen Gemeinde in Zeiten des Corona-Virus.

Bericht
Apr 2020

Das große Putzen

Dana Akrish über Pessach in Jerusalem

Essay
Mär 2018

Die lange Nacht des Tikkun

Mirjam Wenzel und Avner Ofrath zeigen am Beispiel der biblischen Figuren Rut und Noomi, was wir von liebenden Frauen lernen können.

Essay
Mai 2013